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Düsseldorf
Kaffee für unterwegs ist ein Umweltproblem

Düsseldorf: Kaffee für unterwegs ist ein Umweltproblem
Das Ende eines Pappbechers: Durchschnittlich eine Viertelstunde nach ihrer Befüllung landen die Einwegbehältnisse auf dem Müll. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. In Düsseldorf landen jährlich rund 21 Millionen der bundesweit 2,8 Milliarden Pappbecher auf dem Müll. Alternativen sind im Aufwind. Von Hanna Gerwig und Marcus Gülck

Ob in der Bahn, im Büro oder beim Bummel über die Kö - viele Düsseldorfer trinken ihren Kaffee bevorzugt "to go", abgefüllt in hübsch bedruckten Pappbechern. Längst sind die Einwegbecher zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Was vielen Menschen als praktisch erscheint, stellt für die Umwelt eine große Belastung dar. Alleine in Düsseldorf landen jährlich rund 21 Millionen der bundesweit 2,8 Milliarden Pappbecher auf dem Müll. Nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe werden für diese Masse rund 64.000 Tonnen Holz und 11.000 Tonnen Kunststoff verbraucht.

Mit einer geschätzten Nutzungsdauer von nur 15 Minuten werden Coffee-to-go-Becher noch schneller entsorgt, als Plastiktüten, die immerhin im Schnitt 25 Minuten im Einsatz sind. Während diese jedoch vermehrt aus Supermärkten verbannt werden, steigt die Nachfrage nach dem schnellen Kaffee für unterwegs immer weiter an.

Rund 162 Liter Kaffee konsumiert jeder Deutsche pro Jahr, etwa sechs Liter davon unterwegs als Coffee-to-go. Ein Problem, wie die Deutsche Umwelthilfe feststellt. Denn jede Stunde werden in Deutschland 320.000 Becher weggeworfen. Allein eine Person verbraucht, Berechnungen der DUH zufolge, 34 Einwegbecher pro Jahr. Die tatsächliche Zahl könnte allerdings noch weit höher liegen. "In Großstädten werden im Vergleich zu ländlicheren Regionen deutlich mehr Kaffeebecher konsumiert", sagt Tobias Quast, Sprecher der Deutschen Umwelthilfe.

Das Problem sei dabei nicht nur die größere Masse an Müll, häufig würden die Einwegbecher auch falsch entsorgt. So gab laut einer Studie des TNS-Instituts von 2015 ein Drittel der Nutzer an, die Becher in öffentlichen Papierkörben zu entsorgen - was eine Wiederverwertung der Abfallstoffe erschwert. In vielen Cafés gibt es daher die Möglichkeit, sich den Kaffee für unterwegs in wiederbefüllbare Mehrwegbecher abfüllen zu lassen.

"Wir sehen das sogar sehr gerne", sagt Tim Bellack von der Düsseldorfer Kaffeerösterei Vier. "Wir sind uns des Problems bewusst und wollen uns auch für die Zukunft noch Alternativen überlegen." Bellack, der bei Woyton am Marktplatz als Barista täglich im Kundenkontakt steht, sieht die Gäste für die Umweltproblematik mit Einwegbechern sensibilisiert: "Wir haben viele Kunden, gerade auch aus dem Rathaus, die mal eben in ihrer Mittagspause mit ihrem eigenen Kaffeebecher vorbeikommen." Die in den acht Filialen der Kette angebotenen hauseigenen Alternativen aus Edelstahl erfreuen sich bislang großer Beliebtheit: "Die erste Auflage ist bereits ausverkauft."

Die Kaffeekette Starbucks bietet bei Mitbringen eines eigenen Bechers sogar einen Preisnachlass von 30 Cent. Gegen die Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) verstößt das nicht - solange die erforderliche Sorgfalt gewahrt wird. "Natürlich wären Mehrwegbecher für eine saubere Stadt am besten", heißt es auch seitens der Awista, die außerdem an die Kaffee-Genießer appelliert, die Einwegbecher ordnungsgerecht zu entsorgen und nicht auf Düsseldorfer Grünflächen liegenzulassen. "Gerade nach Großveranstaltungen ist das ein Problem", sagt eine Sprecherin.

Düsseldorfs bekanntester Bäcker Josef Hinkel hat sich dem Verkauf der gemahlenen Bohnen zwar verwehrt: "Ich bin Brotbäcker und keine Kaffeebude." Eine Debatte über Alternativen zum Pappbecher sieht er aber als richtigen Denkanstoß: "Wenn man mal ehrlich ist, schmeckt der Kaffee aus der Tasse doch immer noch am besten!"

Quelle: RP
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