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Kalkum: Jäger schoss auf Gänse und Tauben

Düsseldorf: Kalkum: Jäger schoss auf Gänse und Tauben
Der Lambertussee liegt in Kalkum. Schüsse ganz in seiner Nähe hatten Anwohner verängstigt. Sie riefen die Polizei. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Eine Jagd auf Gänse und Tauben ist der Grund für die Schüsse, die am Dienstagnachmittag Bürger rund um den Lambertussee im Stadtnorden beunruhigt hatten. Von Jörg Janssen

Wie berichtet hatten Anwohner die Polizei gerufen, unter anderem aus Sorge vor möglichen Querschlägern. "An den Wegen rund um den See waren keine Hinweise auf eine Jagd angebracht und auch Sperrbänder fehlten", wundert sich Ulrike Holzmüller. Die Bürger und Spaziergänger im unmittelbaren Umfeld nicht zu informieren sei "unverantwortlich".

Doch dem widerspricht Sebastian Veelken, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. "Im konkreten Fall hat ein dazu Berechtigter in seinem Revier auf Gänse und Ringeltauben außerhalb der Schonzeit geschossen. Das muss er nicht anzeigen oder noch einmal gesondert genehmigen lassen", sagt der Experte. Ebenso wenig müssten die bejagten Gebiete mit Hilfe von Sperrbändern gekennzeichnet oder gar abgeriegelt werden. "Jäger müssen sich einer harten Prüfung unterziehen, bevor sie von uns als Unterer Jagdbehörde eine Zulassung erhalten. Sie wissen, worauf sie achten müssen, um Spaziergänger oder in der Nähe wohnende Menschen nicht zu gefährden", sagt Veelken.

Einige Bürger hatten vermutet, der Abschuss solle einem möglichen "Vogelschlag", also der Beschädigung von Flugzeug-Triebwerken durch einzelne Vögel oder Vogelschwärme vorbeugen. Doch darum ging es am Dienstag nicht, wie Flughafensprecher Christian Hinkel gestern sagte. Ein Abschuss von Vögeln komme, wenn überhaupt, nur bei akuter Gefahr für den laufenden Flugbetrieb in Frage. Ansonsten setze der Flughafen, der eine eigene Vogelschlag-Beauftragte und einen Jagdaufseher beschäftigt, auf Präventionsstrategien.

"Biotop-Management" nennt Hinkel das. So sollen unter anderem lange Gräser und fehlende Beerensträucher Vögel fernhalten. Genauso wichtig: die Vergrämung, also Vertreibung der Vögel mit Hilfe von Schreckschusswaffen und Wanderfalken. Besonders im Frühjahr und Herbst kommen diese Methoden zum Einsatz. Trotzdem gibt es laut Hinkel im Umfeld des Airports pro Jahr bis zu 30 Vogelschläge. "Wir haben nun mal einige Seen in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, außerdem dient der Rhein einigen Zugvögeln als Leitlinie." Entscheidend aus Sicht des Unternehmens sei aber, dass so gut wie keiner dieser Vogelschläge zu Schäden an den Flugzeugen geführt habe.

Quelle: RP
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