| 12.00 Uhr

Lösung für tierisches Problem gesucht
Kanadagänse sind Plage in Freibädern

Lösung für tierisches Problem gesucht: Kanadagänse sind Plage in Freibädern
Kanadagänse haben im Löricker Freibad ihr Revier. FOTO: Bretz
Für die Nähe zur Natur zahlen Freibäder einen hohen Preis. Kanadagänse haben die Wiesen beispielsweise am Löricker Strandbad und am Unterbacher See als idealen Futterplatz entdeckt. Badegäste haben darunter zu leiden.

Denn die Wiesen liegen voll Kot, wenn die Vögel nach dem Fressen in den Morgenstunden abfliegen, sobald die ersten Schwimmer kommen. Vor allem am Unterbacher See führen die Mitarbeiter des Bades einen fast aussichtslosen Kampf gegen den Unrat. Jeden Morgen sammeln sie mehrere tausend Stück Kot mühsam auf, trotzdem treten die Erholungssuchende immer wieder in den Schmutz und ekeln sich.

Der Versuch, die Gänse durch einen Bussard, mit dem ein Falkner des öfteren auftaucht, zu verscheuchen, hat die Erwartungen nicht erfüllt. "Diese Vergrämung der Gänse durch ihren natürlichen Feind, dem Bussard, bringt nur etwas, wenn der Falkner regelmäßig, aber nicht zu den gleichen Zeiten kommt", erklärt Günther Steinert, Vorsitzender des Naturschutzbundes Nabu. Er betreut ein Gutachten für ein so genanntes Gänsemanagement. "Wir wollen feststellen, wo die Gänse brüten, fressen, wohin sie fliegen, damit wir sie von den Freibädern weglocken können", sagt Steinert.

Ein Abschießen der Gänse bringe erfahrungsgemäß wenig. Durch den Nachwuchs sei bald wieder die alte Zahl erreicht. Regelmäßige Vergrämungsaktionen seien zudem teuer: "Am frühen Morgen und am Abend müssten regelmäßig Patrouillen die Vögel stören und aufscheuchen." Die Stadt unterstützt das Gutachten, weil "allein in Düsseldorf etwa 700 Kanadagänse gezählt wurden", sagt Norbert Richarz, Abteilungsleiter im Gartenamt.

So hielten sich am Unterbacher See 120 Gänse auf, ebenso viele am Elbsee, am Freibad Lörick 31, im Hofgarten 65. Der Südpark mit seinen Weihern sei zum bevorzugten Brutgebiet geworden. Die Gänse würden zudem oft ihren Standort wechseln, vom Brutgebiet beispielsweise auf Wiesen an Seen zum Fressen. Er setzt wie Steinert auf das Gänsemanagement, um die Tiere von den Bädern fernzuhalten. Erste Vorschläge erwartet Steinert Ende Oktober.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lösung für tierisches Problem gesucht: Kanadagänse sind Plage in Freibädern


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.