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Düsseldorf
Kanne und Sand aus der Heimat

Düsseldorf. Schüler präsentierten im Heine Haus Projekt mit dem Künstler Mischa Kuball. Von Denisa Richters

Ibrahim hält stolz eine Kanne hoch. 80 Jahre sei die alt, früher habe man in Bosnien daraus kaltes Wasser getrunken. Im Videofilm, der an diesem Nachmittag im Heine Haus gezeigt wird, hält der 14-Jährige die Kanne hoch - als Schattenriss, wie seine Mitschüler auch in dem Video. "Wir haben uns entschieden, die Gesichter nicht zu zeigen", erklärt Künstler Mischa Kuball, in dessen Atelier die Jugendlichen der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße unter dem Motto "Heimat - Herkunft - Heute" zwei Tage am Workshop des Heine Hauses teilgenommen haben. Dort präsentieren die Mädchen und Jungen, deren Familien aus verschiedensten Nationen stammen, ihre Ergebnisse. Außer dem Video gehört dazu auch ein Tisch, auf dem sie Sachen ausgelegt haben, die ihnen aus ihrer alten Heimat wichtig sind. Ibrahim hat neben die Wasserkanne eine kleinere aus Kupfer für Kaffee gestellt - "gut, aber sehr stark", sagt er und lacht. Paillettenbesetzte Schuhe erinnern daran, das er nicht nur Bosnier, sondern zur Hälfte Tunesier ist. Shehenaz aus dem Irak hat ein festliches, selbstgenähtes Kleid ausgelegt, Sabun genannt. Es wird bei Hochzeiten getragen, mit goldenem Schmuck um die Hüfte.

Randy, dessen Eltern aus Nigeria stammen, hat Fufu, eine typische Speise mitgebracht und sein traditionelles Oberteil in Orange. "Nicht anfassen", hat Stivan, Jeside aus dem Nord-Irak, an ein Tütchen mit Sand geschrieben. Er stammt aus einem Jesiden-Tempel.

"Wir müssen jenen, die zu uns kommen, eine Heimat geben", sagt Bürgermeister Friedrich Conzen und zitiert einen koptischen Bischof: Das Wichtigste im christlichen Kulturkreis sei die Liebe.

Quelle: RP
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