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Düsseldorf
Kapelle der Ulmer Höh wird Wohnprojekt

Feuer auf der Ulmer Höh' in Düsseldorf
Feuer auf der Ulmer Höh' in Düsseldorf FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Nach dem Brand der ehemaligen Gefängniskirche sieht der BLB "keine Auswirkungen" für die Interessenten an dem Bauwerk. Eine private Baugruppe drängt auf zügige Reparatur und Abwicklung. Von Stefani Geilhausen

Die privat organisierte Baugruppe "Leben-Kunst-Ulmer Höh'", die schon vor Jahren Kaufinteresse an der ehemaligen Gefängnis-Kapelle angemeldet hatte, fordert den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) auf, das Gebäude sofort abzusichern und damit weiteren Verfall zu verhindern. Der Umgang mit öffentlichem Landes-Eigentum sei angesichts des angespannten Wohnungsmarkts in Düsseldorf "eine Schande", klagen die Sprecher der Gruppe, Horst Wackerbarth und Regina Brinkmann-Göbel.

Sie verlangen so bald wie möglich Zugang zur Kirche, damit eigene Gutachter das Gebäude besichtigen können. Die Kalkulation der Gruppe, die in der Kapelle ein Wohnprojekt für soziales und Mehrgenerationen-Wohnen samt öffentlichem Kunstraum schaffen will, beruhe schließlich auf dem baulichen Zustand vor dem Brand und müsse schleunigst angepasst werden.

Ende April hatten Unbekannte in der Kapelle Feuer gelegt, der Dachstuhl war dabei schwer beschädigt worden. Der Bau und Liegenschaftsbetrieb ließ die Kapelle von einem Sachverständigen begutachten und teilte jetzt auf Anfrage der CDU-Fraktion dem Wohnungsausschuss mit, dass "Auswirkungen für Baugruppen, an die die Kapelle weiter veräußert werden soll, nicht erkennbar" seien. Allerdings müsse die Dachkonstruktion noch weiter untersucht werden. Die Kapelle könne, so die BLB-Stellungnahme an den Ausschuss, "nach der Veräußerung für soziale und gemeinnütze Wohnprojekte genutzt werden". Das aber könne erst nach einem Verkauf "genauer definiert" werden.

Das gesamte Areal der Ulmer Höh' soll zu einem neuen Wohnquartier in Derendorf werden. Der nördliche Teil des Geländes, der dem BLB gehört, ist aber seit dem Auszug der JVA Anfang 2012 noch nicht auf dem Markt. Derzeit werde die Ausschreibung vorbereitet, teilte der BLB der Stadtverwaltung mit, ohne Angaben zu Umfang und Dauer zu machen. Die Stadt wiederum will erst nach einem Verkauf Planungsrecht schaffen.

Die ehemaligen Gefängnisgebäude, die in den vergangenen Jahren durch Vandalismus schwer beschädigt worden waren, sollen bis Jahresende abgerissen werden. Für die mehr als 100 Jahre alte Kapelle gelten besondere Bedingungen: Sie soll erhalten bleiben und vorzugsweise für soziale oder gemeinnützige Projekte genutzt werden. Zwar haben auch andere Investoren, die seit Jahren darauf warten, ein Kaufangebot für das Gesamtareal abgeben zu können, signalisiert, eine entsprechende Nutzung zu gewährleisten. Doch der Derendorfer Baugruppe um Wackerbarth wird auf vielen Ebenen in Stadt und Land Unterstützung signalisiert.

Die Gruppe fürchtet nun, dass das abschließende BLB-Gutachten ihr Projekt für soziales- und Mehrgenerationen-Wohnen gefährdet. Aber auch weiterer Verfall des alten Kirchenbaus könnte die Brandschäden verschlimmern und das Projekt verteuern. Auch deshalb verlangt die Gruppe vom BLB, umgehend notwendige Reparaturen zu veranlassen, nicht nur jedoch aus eigenem Interesse: Der Verkaufserlös der Kapelle kommt schließlich der Landeskasse zu Gute.

Quelle: RP
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