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Karnevalisten in Düsseldorf
CC hat Budget für Prozesse gegen Wagenbauer Tilly

Jacques Tilly zum "Fall Böhmermann"
Düsseldorf. In der deutsch-türkischen Affäre um Satirker Jan Böhmermann wird derzeit viel um Meiningsfreiheit diskutiert - auch bei den Düsseldorfer Jecken. Auch die Mottowagen von Jacques Tilly waren an Karneval bereits in die Kritik geraten.  Von Uwe-Jens Ruhnau

Wagenbauer Jacques Tilly ist wegen seiner Rosenmontagswagen international bekannt. Regelmäßig nimmt er Präsidenten, Würdenträger oder Spitzenpolitiker aufs Korn. Der Fall um Jan Böhmermann, der den türkischen Staatspräsidenten mit einem Schmähgedicht überzog und nun mit Anklage rechnen muss, führt zu Diskussionen bei den Düsseldorfer Karnevalisten.

Rosensonntagszug Düsseldorf: Die neuen Mottowagen FOTO: Ines Räpple

"Wenn Tilly verklagt wird, haben wir auf jeden Fall ein Budget, um die Sache vor Gericht durchzufechten", sagt Hans-Jürgen Tüllmann, Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Carneval.

Hintergrund: Auch Tillys Wagen bewegen sich teils in der Grauzone zwischen Satire und Schmähkritik. So zeigte er vor einigen Jahren den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi, der von einem Mafiosi penetriert wird.

Rosensonntagszug zieht am Rathaus vorbei FOTO: dpa, mjh fdt

Tilly kritisiert Böhmermann, weil dieser mit seiner Schmähkritik keine Wahrheit habe aufdecken wollen. Satire müsse aufklärerisch sein und der Humanität dienen, sagt Tilly. Böhmermann habe der Satire einen Bärendienst erwiesen, weil nun immer wieder diskutiert werde, wo Grenzen überschritten seien. Tilly begrüßt in diesem Zusammenhang das neue Karnevalsmotto.

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