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Rosensonntag in Düsseldorf
Ein "angenehm ruhiger" Arbeitstag für Einsatzkräfte

Rosensonntag in Düsseldorf: Ein "angenehm ruhiger" Arbeitstag für Einsatzkräfte
Bei Jens Schubring und seinem Team in der DRK-Einsatzzentrale laufen an Rosensonntag die Fäden zusammen. FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Es ist 7 Uhr am Morgen, als am Sonntag die ersten der insgesamt 211 eingesetzten Rettungskräfte von vier Hilfsorganisationen an der DRK-Zentrale an der Erkrather Straße eintreffen – alles Ehrenamtler wohlbemerkt. Es gilt, den Tag, an dem der Karnevalszug nachgeholt wird, zu koordinieren. Von Marc Ingel

Die fünf rund um den Zugweg verteilten mobilen Unfallhilfsstellen müssen mit Material bestückt werden und der Kontakt per Funk zu den 16 Einsatzfahrzeugen sichergestellt sein. Bei Jens Schubring und seinem Team in der DRK-Einsatzzentrale laufen die Fäden zusammen. "Wir müssen den Kräften auf der Straße den Rücken freihalten", erklärt er.

Tolle Kostüme beim Rosensonntagszug Düsseldorf FOTO: dpa, mjh fdt

Übermäßiger Alkoholgenuss sei immer noch das größte Problem, sagt Thomas Schulz, DRK-Kreisbereitschaftsleiter, auf rund 200 Hilfsmaßnahmen plus noch einmal ungefähr 50 Transport müsse man insgesamt gefasst sein. Dennoch betont Daniel Müller bei der Einsatzbesprechung um 8 Uhr: "Wir wissen nicht, was passieren wird. Sind die Leute wirklich stabiler als an einem normalen Rosenmontag, trinken sie weniger, weil man sich nicht schon wieder Urlaub nehmen konnte. Wir sind selbst gespannt."

Bei der Polizei zeigt man sich zu Beginn des Zuges gegen 11.30 Uhr relativ gelassen. "Wir hoffen und bauen heute darauf, dass vor allem viele Neugierige kommen, Karnevalisten, die wirklich am Zug und dem bunten Geschehen auf der Straße interessiert sind – und dass die, die sich nur betrinken wollen, in der Minderheit bleiben", erklärt Polizeisprecher Andreas Czogalla.

Rosensonntagszug Düsseldorf: Die neuen Mottowagen FOTO: Ines Räpple

Und in der Tat: Während der Zug gegen 13 Uhr noch in vollem Gange ist, herrscht auf den Straßen in und um die Altstadt ausgelassener Frohsinn, der weit weniger promillemotiviert als sonst erscheint. "Es ist ein angenehm ruhiger Arbeitstag für uns, wir haben deutlich weniger zu tun als sonst", bestätigt Kirsten Wieck, der an der Unfallhilfestelle im Rathaus-Innenhof die Leitung hat, als der Zug sich bereits auf der Zielgeraden befindet. "Das ist für uns ein ganze neue Erfahrung", sagt er. Auch Polizeisprecherin Anja Kynast vermeldet gegen 15.30 Uhr: "Keine besonderen Vorkommnisse, alles ist bis jetzt erstaunlich ruhig."

Am Abend zog auch die Polizei eine vergleichsweise positive Bilanz. Sieben (2015: 14) zum Teil alkoholisierte Randalierer verbrachten den Tag im Polizeigewahrsam. Insgesamt erteilten die Beamten 22 (51) Personen Platzverweise für den Innenstadtbereich. Außerdem wurden wieder drei zusätzliche Überwachungskameras (Burgplatz, Kurze Straße) in Betrieb genommen. Insgesamt seien so im Vorfeld des Zuges gegen 88 Personen ein "Bereichsbetretungsverbot" ausgesprochen worden.

So zieht der Rosensonntagszug am Düsseldorfer Rathaus vorbei FOTO: Ina Schwerdtfeger

Die Feuerwehr spricht mit vergleichtbaren Einsatzzahlen mit dem Vorjahr. Bis 18 Uhr rückten die Retter 185 Mal aus. (2015: 166, 2014: 112) Darunter gab es 85 (2015: 66, 2014: 49) Hilfeleistungen in den Unfallhilfsstellen. Für 33 Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Nur vier Personen verletzten sich an Glasscherben. Die Feuerwehr wertet die Zahl aber als gering, denn heute hatte es in der Altstadt kein Glasverbot gegeben. 

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