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Gerresheim
Frauen im Kostüm, Männer mit Fässchen

Gerresheim: Frauen im Kostüm, Männer mit Fässchen
Die Damen haben Spaß: Mehr als 600 Frauen kamen zur Damensitzung der Bürgerwehr in das Gerresheimer Gymnasium. r FOTO: Hans-Jürgen Baue
Gerresheim. Die Gerresheimer Bürgerwehr hatte am Wochenende zur Damen- und Herrensitzung eingeladen. Während die Frauen mit Putzfrauen-Dress traditionelle Klischees aufs Korn nahmen, verzichteten viele Männer auf Verkleidungen. Von Simon Schmidt

Unter dem Sessionsmotto "Düsseldorf - scharf wie Mostert" gingen am Wochenende die Narren in Gerresheim in getrennten Sitzungen an den Start. Die Gerresheimer Bürgerwehr feierte 60. Geburtstag und hatte zur Damen- und zur Herrensitzung ins Gerresheimer Gymnasium eingeladen. Bereits seit Monaten waren die Karten für die Sitzungen ausverkauft. "Die Zahl der Kartenwünsche lässt vermuten, dass unser Programm zieht", sagte der Vize-Chef der Bürgerwehr Frank Haak.

In diesem Jahr dürfen sich die Damen unter anderem auf "Kuhl un de Gäng", "Fetzer" und die Band ohne Bart "BOB" freuen. Bei den Herren stehen Markus Krebs, "Klaus und Willi" und "Alt Schuss" auf dem Programm. Knacki Deuser tritt gleich zweimal auf - jedoch bei Frauen und Männern jeweils mit eigenem Programm.

Viel zu lachen gab es bei der Herrensitzung. Sie glich einem verlängerten närrischen Frühschoppen. Nur wenige Männer waren kostümiert. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

600 verkleidete Frauen starten am Freitagabend in "ihre" Sitzung. Vor Männern im Publikum haben sie erst einmal Ruhe. Die dürfen die Halle erst ab 23.30 Uhr betreten, um ihre Frauen abzuholen oder noch ein bisschen mitzufeiern. Eines der beliebtesten Kostüme des Abends enthält eine Prise Selbstironie: Es ist das der Putzfrau mit Staubtuch. Zudem sind viele Clowns und Blumenmädchen zu sehen. Schon beim Einmarsch des Prinzenpaares stehen die ersten Damen auf ihren Stühlen. Doch als nach Hanno I. und seiner Venetia Sara "Kuhl un de Gäng" die Bühne betreten, hält es niemand mehr auf seinem Stuhl aus. Tanzend und klatschend singen die jecken Frauen alle Lieder mit. Ein Schild mit der Aufschrift "Hanno, ich hab ein Kind von dir" wird in die Luft gehalten. Es ist eine Super-Stimmung, die sich durch diesen Abend zieht. "Für uns geht jetzt die fünfte Jahreszeit richtig los", sagt Anna Lüken. Die Produktionsmanagerin hat lange in Hongkong gelebt und den Karneval dort "immer schrecklich vermisst".

Bei den Männern geht es am Sonntag bereits um elf Uhr los. Nach der frostigen Nacht hat so mancher Mann Angst um sein Auto, als er es an seine Frau übergibt. Doch in der Halle verfliegt dieser Kummer bei einem Alt dann schnell. Wermutstropfen: Kaum einer der Männer ist verkleidet, was wiederum nicht den Temperaturen geschuldet sein kann. Nach dem Einzug des Elfer-Rates in Senftuben-Kostümen, die das Motto aufgreifen, beginnt Markus Krebs mit Witzen, die kein Auge trocken lassen. Über die ganze Sitzung verteilt sind zu den Männern mehr Redner gekommen als zu den Damen. Zwischendurch gibt es ein paar Tanznummern, für die es breiten Beifall gibt. Es bleibt trotzdem noch genug Zeit, um sich mit seinem Nebenmann zu unterhalten.

Zwischen den Tischen laufen ständig die Kellner umher, um die Herren mit neuen Alt-Fässchen und Essbarem wie Mettbrötchen und Gulaschsuppe zu versorgen. "Das hier ist eine eher untypische Herrensitzung", sagt Jürgen Zelustig. "Es gibt hier gute Gastronomie" und die Witze sind nicht "so sehr unter der Gürtellinie". So schätzt es der 55-Jährige ein, der schon seit seinem 18 Lebensjahr in der Bürgerwehr ist.

Der Unterschied zwischen beiden Sitzungen: Die Frauensitzung gleicht eher einer rauschenden Party mit Dauerbeschallung, bei den Männern erinnert die Party doch mehr an einen Frühschoppen mit Programm. Augenzwinkernd drückt es Präsident Stephan Friedel so aus: "Ein wenig erinnert es an betreutes Trinken." Vor dem eigentlichen Straßenkarneval laden die Jecken der Gerresheimer Bürgerwehr noch einmal zu einem Kostümfest für beide Geschlechter ein. "Wir versuchen alle Anregungen aufzunehmen, damit wir auf einem konstant hohen Niveau bleiben", fasst Frank Haak das Engagement seines Vereins zusammen.

Quelle: RP
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