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Düsseldorf
Worüber der Hoppeditz gespottet hat

Hoppeditz in Düsseldorf: Darüber spottet Tom Bauer
FOTO: RP
Düsseldorf. Die Narrenrede um 11.11 Uhr war wieder ein Rundumschlag zu Themen, die die Stadt bewegen. Wir erklären die besten Passagen. Von Arne Lieb, Jan Wiefels und Andreas Endermann (Fotos)

Der Hoppeditz darf spotten, er darf Böses über die Mächtigen der Stadt sagen - aber er darf keinesfalls langweilen. Tom Bauer, der zum achten Mal in die Rolle des Düsseldorfer Erzschelms schlüpfte, war mit seinem Auftritt hinterher hochzufrieden. "Das hat super funktioniert", fand er. "Das Publikum ist gut mitgegangen." Bauer dankte seinem Vorgänger und Redenschreiber Jürgen Hilger-Höltgen, dessen Unterstützung bis gestern ein gut gehütetes Geheimnis war.

Die Ansprache aus dem Senftöpfchen hatte wirklich für viele Lacher unter den Zuhörern gesorgt. Unter den karnevalserfahrenen Beobachtern war die einhellige Meinung: Die Hoppeditz-Rede 2015 gehörte zu den guten - und war nicht zu lang, was auch nicht ganz unwichtig ist. Oberbürgermeister Thomas Geisel sprach anschließend noch ein paar Worte, auf eine Gegenrede verzichtet er aber weiterhin.

11.11.2015: Hoppeditz erwacht in Düsseldorf FOTO: dpa, fg pzi

Die Reime des Hoppeditz sind auch immer ein Rückblick darauf, welche Themen Düsseldorf in den vergangenen Monaten bewegt haben. Er sprach diesmal unter anderem über den Streit um die Sparkassen-Millionen und den geplanten Abbau der Gasbeleuchtung, die Talfahrt der Fortuna und den Zuzug von Flüchtlingen ("Tolerant und offen sein und das beste nur harren, das ist ureigentlich das Wesen des Narren!"). Ein paar Pointen zündeten beim Publikum besonders (siehe Grafik) - das sind die politischen Hintergründe:

Schwebebahn Die Idee eines Sky Trains auf den Gallberg, um die östlichen Stadtteile besser an die Innenstadt anzuschließen, hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) im Oktober eher als spontane Idee geäußert - bei den Düsseldorfern ist die Vorstellung einer Schwebebahn auf den kleinen Berg in bester Erinnerung geblieben.

So reagiert OB Geisel auf die Hoppeditz-Rede FOTO: Endermann, Andreas

Geisels Versprechen Nicht nur der Sky Train ist eine Idee des Oberbürgermeisters, die noch auf Umsetzung wartet. Bei der Tour de France gelang die erste Mehrheit im Stadtrat nur mit Unterstützung von AfD und Republikanern, weshalb die Bewerbung um die Startetappe des Radrennens weiter auf der Kippe steht. Bei der Wiedereinführung der Kita-Gebühren für über dreijährige Kinder spielt hingegen die SPD nicht mit. Für den Hoppeditz droht Geisel so langsam ein OB der leeren Versprechen zu werden.

Elbers-Porträt Der Hoppeditz zeigte von seinem Platz auf dem Senftöpfchen aus sogar eine Kopie des Bildes aus der Stadtchef-Galerie im Rathaus, das für viel Spott gesorgt hatte. Der ehemalige Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte sich von der Künstlerin Ulrike Zilly porträtieren lassen. Der Hoppeditz schlug Nachfolger Geisel vor, sich lieber fotografieren zu lassen.

So fanden die Jecken die Rede vom Hoppeditz 2015 FOTO: Joris Hielscher

CC-Streit Auch die Chefs der Karnevalisten kamen in der Rede vor. Sie hatten auch viel dafür getan. Im Frühjahr sorgte das Carnevals-Comitee (CC) für Schlagzeilen. Nach internem Streit schmissen Karnevalspräsident Josef Hinkel und Geschäftsführer Christoph Joußen hin, es folgte ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen CC-Größen. Der neue Präsident Michael Laumen soll nun für Frieden sorgen - und trägt die Kette, "die insgeheim gar manch and'rer gern hätte", wie der Hoppeditz spottet.

Lichterfest Die Diskussion darum, dass manche Kitas und Schulen statt St. Martin inzwischen ein Lichterfest feiern, hat in den vergangenen Wochen für Debatten gesorgt. Der Hoppeditz spricht von "Mobbing" für den Heiligen - und sorgt sich um andere christliche Feste.

Bilder vom Hoppeditzerwachen in Düsseldorf sehen Sie hier. 

Quelle: RP
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