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Düsseldorf feiert Karneval
Zoch 2.0 mit Frühlingswetter und bissiger Satire

So zieht der Rosensonntagszug am Düsseldorfer Rathaus vorbei
So zieht der Rosensonntagszug am Düsseldorfer Rathaus vorbei FOTO: Ina Schwerdtfeger
Düsseldorf. Besser hätte es nicht sein können. Das Wetter spielte mit, die Jecken waren gut drauf und obendrein kamen noch Gruppen aus Köln, Mainz und von überall her: Düsseldorf feierte den Rosenmontagszug 2.0. Es war ein voller Erfolg. Von Ines Räpple und Ina Schwerdtfeger

Am 13. März konnten Prinz Hanno und Venetia Sara endlich ihren karnevalistischen Höhepunkt feiern. Mit dem Sonnenschein strahlte das Pprinzenpaar um die Wette. "Mit dem späteren 'Zoch' verlängert Eure eigentlich sehr kurze Session des Prinzenpaares", erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel den beiden.

Rosensonntagszug zieht am Rathaus vorbei FOTO: dpa, mjh fdt

Manch ein Kölner war da schon ein wenig neidisch, dass Düsseldorf beim Nachholtermin des Rosenmontagszugs so gutes Wetter hatte. Sturmbedingt war der Zoch in Düsseldorf am 8. Februar ausgefallen. Nur die Mottowagen waren vor dem Rathaus vorgestellt worden. Eine Chance für Wagenwager Jacques Tilly, ein zweites Mal in diesem Jahr aktiv zu werden. Beim Nachholtermin präsentierte Tilly sechs weitere Mottowagen, wie etwa Angela Merkel, die ihr Kreuz mit der humanen Flüchtlingspolitik zu tragen hat.  Oder eine Flüchtlingsfamilie, die Tilly zwischen zwei Stiere gestellt hat. Beide fletschen die Zähne. Auch Donald Trump bekam sein Fett weg, er wurde als Arsch mit Ohren dargestellt. Hohen Wiedererkennungswert hatte seine Haartolle. 

Um 11.30 Uhr setzten sich die Wagen vom Joseph-Beuys-Ufer aus in Bewegung, rund 10.000 Karnevalisten waren beim Zug dabei. Nicht nur Helauf-Rufe waren zu hören, vielfach klangen auch "Alaaf" oder "Helaaf" durch die Menge. Es waren auch zahlreiche Kölner nach Düsseldorf gekommen, so wie die KG Ponyhof, die den Rhein runterschipperte.  

Rosensonntagszug Düsseldorf: Die neuen Mottowagen FOTO: Ines Räpple

"Helaaf ist ein gutes Motto der Völkerverständigung", erklärte Lukas Wachten, Präsident des Karnevalvereins "Do simmer Dubai".  Der Verein ist ein Zusammenschluss von Jecken aus Dubai und Köln, die das kölsche Brauchtum auch im Wüstenstaat pflegen. Dazu waren 70 Karnevalisten in der vergangenen Woche nach Dubai gereist, um dort ihren Prinz zu proklamieren. Da die Jecken allerdings erst am Sonntagfrüh nach Köln zurückflogen, blieb den Kölnern nicht viel Zeit um auszuspannen. Mit dem Bus ging es weiter direkt nach Düsseldorf. Dort feierten sie ausgelassen mit, spätestens als "Denn ich ben nur ne Kölsche Jung" aus den Boxen dröhnte.

Aber auch hochrängige Karnevalisten aus anderen Städten waren als Zaungäste angereist. Als Esel hatte sich das Weseler Prinzenpaar Henn I. und Ingrid II. verkleidet. Auch ihr Rosenmontagszug war wegen Sturms abgesagt worden. Da der Nachholtermin allerdings erst am 17. April ist, konnte das Prinzenpaar in Düsseldorf mitfeiern. So wie  viele Fußtruppen aus dem Umland. Die Zahl erhöhte sich am Rosensonntag auf 115. Für Stimmung sorgte das Musikkorps SchussaGugga aus Weingarten. Mit 24 Musikern war die Gruppe aus Schwaben angereist, bereits zum vierten Mal zum Düsseldorfer Rosenmontagszug. "Bei uns heißt das aber Fastnet und bei uns tragen wir eher Hexenverkleidung", erklärte Henry Schwedt, zweiter Vorstandsmitglied des Vereins.

So süß feiern die Kinder den Rosensonntagszug FOTO: Ines Räpple

Zusätzlich waren mehr als 1000 Polizisten rund um den Zug im Einsatz. Erste Bilanz der Polizei gegen 16 Uhr: Es war weitgehend friedlich. In diesem Jahr wurden 2 Kinder (im Vorjahr keines) zur Kindersammelstelle gebracht, 7 (im Vorjahr 14) zum Teil alkoholisierte Randalierer verbrachten den Tag im Polizeigewahrsam. Insgesamt erteilten die Beamten in diesem Jahr 22 (51) Personen Platzverweise für den Innenstadtbereich.

Hier geht es zum Protokoll des Tages aus unserem Liveblog. 

 

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