| 00.00 Uhr

Serie Wagenbauen Für Den Rosenmontagszug
Törtchen zum Rosenmontagszug

Serie Wagenbauen Für Den Rosenmontagszug: Törtchen zum Rosenmontagszug
Die Benrather Schlossnarren fahren mit einer überdimensionalen Torte beim Rosenmontagszug mit. Seit dem Sommer arbeiten die Wagenbauer Wilfried Loth (l.) und Dirk Meisenbach an dem Sahnestückchen. FOTO: Olaf Staschik
Düsseldorf. "Scharf wie Mostert" lautet das Karnevalsmotto. Die Benrather Schlossnarren sorgen dagegen für das süße Dessert. Von Ina Armbruster

Vergangenes Jahr hatten sie einen kleinen Wagen zum Üben, dieses Jahr legen die Benrather Schlossnarren richtig los: Ihr Wagen für den Rosenmontagszug wird eine riesige Torte. "Benrath zum Dessert", lautet in diesem Jahr das süße Motto der Schlossnarren. "Düsseldorf ist zwar scharf wie Mostert, aber Benrath ist eben das Sahnestück der Stadt", erklärt Präsident Jochen Scharf mit einem Augenzwinkern.

Seit das Motto vergangenen Sommer bekannte gegeben wurde, arbeiten die Wagenbauer Dirk Meisenbach und Wilfried Loth an dem Rosenmontagswagen. "Wir haben uns erst einige Male in einer kleinen Gruppe, zu der auch unser Grafenpaar gehörte, getroffen und Ideen gesammelt", erklärt Dirk Meisenbach den Prozess. "Daraus sind mehrere Entwürfe entstanden, die wir immer wieder umgeändert haben." Dabei hatten die Benrather einen Vorteil: Wagenbauer Loth besitzt eine Messebaufirma und konnte die Konstruktion mittels eines speziellen Computerprogramms genau simulieren.

Soll der ganze Wagen eine Torte werden, oder doch nur der vordere Teil? Wo wird das Wurfmaterial untergebracht? Dabei gab es einige Punkte zu beachten. Die meisten Karnevalswagen werden in einer großen Halle in Bilk gebaut. Sie ziehen direkt von dort aus in den Zug und dürfen deswegen mehr als drei Meter breit sein. Bei den Benrathern sieht das anders aus. Sie bauen ihren Wagen in Hilden und müssen ihn durch den ganz normalen Straßenverkehr ein durch die Stadt zum Rosenmontagszug bringen.

Deswegen darf ihr Wagen nicht breiter werden als 2,50 Meter. Doch das tat der Kreativität der Erbauer keinen Abbruch. So thront nun vorne auf dem Wagen eine riesige, angeschnittene Torte, daneben ein Tortenheber samt Tortenstück. Die Grundfarbe des Wagens: rosa, wie das Schloss. Bis ins Detail ist der Wagen durchdacht. "Auf dem hinteren Teil ist das Geländer des Schlossweihers zu sehen, mit den originalgetreuen Verzierungen", erklärt Meisenbach.

Nach dem Erntedankfest haben die Helfer mit dem Bau begonnen. "Da stecken mindestens 1000 Arbeitsstunden drin. Das geht nur mit einem tollen Team. Wir hatten etwa fünf Leute, die immer dabei waren, dazu kamen viele sporadische Helfer", sagt Loth. "Wir sind in den vergangenen zwei Jahren wirklich zusammengewachsen." Besonders freut ihn, dass die Rentner Rudi Kunth und Horst Gräff so fleißig mit angepackt haben Wie ein Wagen gebaut wird, hat Loth in einem Seminar bei Jacques Tilly gelernt.

Das Material zu besorgen, war für den Messebauer einfach. Er hat einen Messestand recycelt. "Sonst wäre er weggeworfen worden, jetzt dient er, ganz nachhaltig, noch als Grundkonstruktion für unseren Wagen." Sechs Meter ist dieser lang, das Grafenpaar sowie zehn Vereinsmitglieder werden darauf Platz finden. Die anderen Teilnehmer werden dem Wagen als Fußgruppe folgen. Die Kostüme sind selbstverständlich dem Motto angepasst.

Als Zuckerbäcker mit pinken Cupcake-Luftballons wollen sich die Benrather auf den Weg durch die Düsseldorfer Innenstadt machen. Ob sie den Wagen danach komplett entsorgen müssen, wissen sie noch nicht. Einige Elemente des Wagens der vergangenen Session dienen noch als Dekoraktion für die Sitzungen. Dirk Meisenbach und Wilfried Loth haben jedenfalls nur wenige Monate Pause vom Karneval. Sie werden Sommer wahrscheinlich ihren dritten Wagen entwerfen.

"Es macht einfach Spaß", spricht Loth für beide Wagenbauer.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Wagenbauen Für Den Rosenmontagszug: Törtchen zum Rosenmontagszug


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.