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Düsseldorf
Karnevalisten: Vorstandssitzung artete in Beleidigungen aus

Übersicht: Karnevalisten suchen neuen CC-Präsidenten
Übersicht: Karnevalisten suchen neuen CC-Präsidenten FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Rau und kein bisschen herzlich: So fiel zuletzt der Ton in der Chefetage der Düsseldorfer Karnevalisten aus. Das belegen immer mehr Details zum Rücktritt von CC-Präsident Josef Hinkel, Geschäftsführer Christoph Joußen und Schatzmeister Markus Plank, die bekannt werden. Der Kampf der Jecken lief Anfang März in zwei Teilen ab und gipfelte in Vorwürfen und Beleidigungen. Von Uwe-Jens Ruhnau

Den Auftakt machte eine Sitzung des erweiterten Vorstands am 4. März. Im Haus des Karnevals ging es um einzelne Vorstände, deren Wahlperiode dieses Jahr endet. Die einzelnen Kandidaten gingen vor die Tür, als es um sie ging. Es kamen alle "durch", sie wurden also für die Wiederwahl empfohlen, einzig bei Sicherheitschef Dino Conti Mica gab es eine Kontroverse. Nicht nur, dass das Sicherheitskonzept sehr spät fertig geworden war, im Insiderkreis wurde auch über Fehler gesprochen. Es wurde der Vorschlag gemacht, dass der geschäftsführende Vorstand - fünf Personen, an der Spitze Hinkel - die Argumente zusammentragen und eine Entscheidung vorbereiten solle.

Diese sorgte fünf Tage später für den Knall. Eigentlich stand im erweiterten Vorstand am 9. März nur die Kürung des neuen Mottos an. Dann aber entspann sich der Streit um Conti Mica, denn der geschäftsführende Vorstand hatte sich einstimmig gegen ihn ausgesprochen. Literat Stefan Kleinehr forderte, Conti Mica müssen sich zunächst einmal verteidigen können. Da die Entscheidung feststand, fand diese Position keine Zustimmung mehr. Mehrere Teilnehmer der Sitzung berichten, Conti Mica habe den Wagenbauleiter Martin Feyerabend dann mit "Du Penner" beschimpft;

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Literat Stefan Kleinehr habe Feyerabend, als dieser den Finger hob, angeherrscht, er sei erst ein Dreivierteljahr im Vorstand und solle sich zurückhalten. Conti Mica sagte gestern, so habe er sich nicht geäußert. Kleinehr meint, in einem Vorstand könne es mal hoch hergehen, das sei nichts Verwerfliches. Conti Mica soll sich für den Satz, der Karneval sei ihm "sch...egal", später per Mail entschuldigt haben.

Wie geht es weiter, wer wird neuer Präsident? Viele führende Jecken sind immer noch geschockt, haben den Rücktritt von Hinkel & Co. noch nicht verarbeitet. In der Not ist sogar CC-Ehrenpräsident Engelbert Oxenfort gefragt worden, ob er noch einmal als Interimschef einspringen würde. Der ist zwar vor allem in der Nachwuchsarbeit immer noch sehr aktiv, kann sich das Spitzenamt aber "überhaupt nicht vorstellen". Er meint, wer immer auch nachfolge, sollte mit dem aktuellen Streit am besten gar nichts zu tun haben.

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Hinter den Kulissen formieren sich die Lager. Stefan Kleinehr, der den Job eigentlich noch nicht übernehmen will, hat einige wichtige Unterstützer wie Dirk Kemmer (Prinzengarde Rot-Weiss). CC-Vizepräsident Rolf Herpens, der im Vorstand für die Betreuung der Vereine zuständig ist, wirbt in seinem Ostergruß an die Präsidenten dagegen um einen "Rücktritt vom Rücktritt". Hinkel könne durch eine Vertrauensabstimmung bei der Versammlung am 6. Mai vielleicht zum Weitermachen bewegt werden. "Ich sehe nicht ein, dass wir uns durch Quertreiber kaputtmachen lassen, was wir hier über Jahre aufgebaut haben." Es sei vor allem der schlechte Stil gewesen, der zum Vertrauensverlust geführt habe, sagt Herpens. "Ich kann da Hinkel und Joußen verstehen, es geht ja immer noch um ein Ehrenamt."

Quelle: RP
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