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Düsseldorf
Kaum Kritik an neuem Gründgens-Platz

Düsseldorf: Kaum Kritik an neuem Gründgens-Platz
Der Bereich vor dem Schauspielhaus: Wasserfontänen, einige Stufen wegen des Höhenunterschieds und hinten ein Pavillon mit Theater-Kassen. FOTO: FSWLA
Düsseldorf. Der Platz vor dem Schauspielhaus wird durch die Randbebauung bei dem Projekt Kö-Bogen II kleiner und neu gestaltet. Bei der gut besuchten Informationsveranstaltung ging es um Stufen, Verkehrsführung und Fallwinde. Von Denisa Richters

Kaum sind die Bauarbeiten für die Wehrhahn-Linie abgeschlossen, startet bald die nächste Großbaustelle in der Innenstadt: Beim Projekt Kö-Bogen II wird der Gustaf-Gründgens-Platz vor dem Schauspielhaus zur riesigen Baugrube. Die Tiefgarage unter dem Platz wird abgerissen und neu errichtet, an der Schadowstraße entsteht nach einem Entwurf von Christoph Ingenhoven zwischen Berliner Allee und Bleichstraße ein Gebäuderiegel, daneben ein flacherer Bau mit abgeschrägtem Rasendach.

Wenn alles fertig ist, voraussichtlich 2018, wird der Platz neu gestaltet. Wie genau, erklärten Planungsdezernent Stephan Keller und Landschaftsarchitekt Thomas Fenner im Haus der Universität vor mehr als 100 Besuchern. Beide sparten nicht mit verbalen Beziehungen zum Theater - und das nicht nur, weil der neue Intendant Wilfried Schulz neben Ingenhoven im Publikum saß. "Der Platz soll so etwas wie der Rote Teppich für die Spielstätte sein", betonte Keller. "Eine Bühne für das Schauspielhaus", betonte Fenner mehrfach.

Das sind die Entwürfe für den Kö-Bogen II FOTO: Ingenhoven/ Doug and Wolf

Das Publikum sah es offenbar ähnlich, denn kritische Töne waren nur wenige zu hören. "Langweilig Grau-in-Grau", fand ein junger Mann. Eine Frau hatte Zweifel am "Konzept der Aufgeräumtheit". Fenner erwiderte, nicht jeder Platz müsse zugestellt sein. Fest steht, dass dieser durch die neuen Gebäude eingefasst, aber auch kleiner wird. Wie viel Fläche genau verlorengeht, konnte Fenner auf Nachfrage einer Bürgerin allerdings nicht sagen.

Die Oberfläche soll leicht gewellt sein, damit Regenwasser besser abfließen kann, Fontänen sprudeln ohne zusätzliche Wasserfläche direkt aus dem Boden. Wegen der Höhenunterschiede sind zur Bleichstraße vier Stufen, auf der Hälfte des Platzes ein bis zwei Stufen geplant. Vorgesehen ist auch ein Kassen-Pavillon am Rand des Platzes, der die aktuell dem Eingang vorgelagerten Theater-Kassen ersetzen soll. "Es ging uns darum, den Zugang zum Schauspielhaus freier zu machen", erklärte Ingenhoven.

Stauchaos rund um Kö-Bogen-Baustelle FOTO: Ines Räpple

Applaus gab es, als Fenner hervorhob, dass oberirdisch in diesem Teil der Innenstadt kaum noch Autos fahren und selbst die neue Tiefgarage von dem Tunnel aus angefahren wird. Die Führung des Lieferverkehrs für die neuen Gebäude beschäftigte einen Anwohner. "Er wird über Berliner Allee, Schadow- und Bleichstraße abgewickelt, wird nur vormittags zugelassen", so Verkehrsamtsleiterin Andrea Blome.

Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner fragte nach den Fallwinden und der einst abgebauten Skateranlage auf dem Platz. "Positiv gesagt, wird dort wegen des benachbarten Dreischeibenhauses immer ein laues Lüftchen wehen", sagte Fenner. Und die Skater-Anlage soll am Apolloplatz bleiben, wo sie vor einigen Jahren hingezogen ist. Nicht wieder aufgebaut werden wohl trotz des Votums der Landeskonservatorin die Mauern am Rande des Platzes. "Sie werden abgebaut und dokumentiert", sagte Keller.

Quelle: RP
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