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Leser und Politiker empört
Kaum Zuspruch für Kirmes-Gegner

Proteste gegen Kirmes: Das sagen unsere Leser
Proteste gegen Kirmes: Das sagen unsere Leser FOTO: rpo, Sebastian Quillmann
Mit seiner scharfen Kritik an der Kirmes durch angebliche Lärmbelästigung ist der "Anwohner Schutz Verein Oberkassel” weder bei der Politik noch bei RP- und RP-ONLINE-Lesern auf Zuspruch gestoßen. Die Reaktionen auf den Bericht waren enorm. Von Hans Onkelbach

Hunderte Leser nahmen innerhalb sehr kurzer Zeit Stellung, und der weitaus größte Anteil von ihnen reagierte empört, zornig und meist ohne Verständnis auf die erneute Kritik an dem sommerlichen Volksfest am Rhein. Tenor der Reaktionen: In einer Stadt wie Düsseldorf ist ein solches Fest Teil des Lebens und darf nicht durch die persönlichen Interessen einer Minderheit schlecht gemacht werden.

"Bürger müssen einsehen, dass sie in einer Gemeinschaft leben."

Auch in der Politik können die Kirmes-Gegner auf wenig Hilfe hoffen. Vor allem die FDP-Ratsfrau Monika Lehmhaus reagierte regelrecht genervt auf die Kritik. Lehmhaus: "Wo kommen wir eigentlich hin mit dieser Ego-Nummer? Bürger müssen einsehen, dass sie in einer Gemeinschaft leben.” Es sei wie bei Sportplätzen, wo sich mehr und Anwohner über den Lärm trainierender Jugendlichen beschweren. Und ein Anwohner des Kaiser-Friedrich-Rings hätte moniert, dass der Marathon an seinem Haus vorbei geht. Die Liberale ist allerdings gegen eine verlängerte Kirmes und meint, die Lärmmessungen müssten überprüft werden. Angeblich liegt der Krach bei der Kirmes nachts bei 77 dB (A), damit zu hoch.

Das sieht auch Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU) so, dessen Verständnis für den Protest sich offenbar auch in Grenzen hält. Natürlich seien die Anwohner während der Kirmes einer Belästigung ausgesetzt, vor allem durch wildes Parken. Aber auch Tups meint, dass der Verein keinesfalls für alle Oberkasseler Bürger spreche. Der Sprecher der SPD in der linksrheinischen Bezirksvertretung, Tobias Kübacher, reagiert ebenfalls mit Zurückhaltung auf die erneute Kritik.

Er ist, wie Tups, der Meinung, dass der Verein nicht wirklich viele Oberkasseler repräsentiere, meint aber auch, dass man die Lärmmessungen auf jeden Fall von Amtsseite überprüfen müsste. Sowohl der CDU- wie auch der SPD-Vertreter lehnen eine Verlängerung der Kirmes auf 16 Tage ab. Kübacher nicht zuletzt deshalb, weil er nicht an einen Nutzen für die Kirmesbetreiber glaubt.

Mehr Leserstimmen zum Protest gegen die Kirmes lesen Sie hier.

 
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