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Düsseldorf
Keime: Bezirksregierung will Bericht von Gesundheitsamt

Düsseldorf: Keime: Bezirksregierung will Bericht von Gesundheitsamt
Torsten Fuchs, Vater eines der betroffenen Babys, vor dem Florence-Nightingale-Krankenhaus. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. In der Diskussion um den Umgang mit VRE-Keimen an der Kaiserswerther Klinik soll die Behörde ihre Vorgehensweise darlegen. Von Semiha Ünlü

Mit der Frage, ob sich das Düsseldorfer Gesundheitsamt beim Umgang mit dem VRE-Keimbefall am Florence-Nightingale-Krankenhaus richtig verhalten hat, beschäftigt sich jetzt die Bezirksregierung, die Rechtsaufsicht über das Gesundheitsamt. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte der Sprecher der Bezirksregierung, Bernd Hamacher, mit, dass man zurzeit "keine Erkenntnisse" dazu habe, dass das Gesundheitsamt sich in dem Fall "rechtswidrig verhalten" habe. Man nehme aber die aktuellen Medienberichte über die Vorgänge "sehr ernst" und habe daher die Behörde gebeten, "uns einen Bericht zu geben über die Erkenntnisse und Aktivitäten des Gesundheitsamtes", so Hamacher.

So gefährlich sind Klinikkeime FOTO: dapd

Anfang März war auf der Kinderintensivstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses eine Häufung von Vancomycin-resistenen Enterokokken (VRE) festgestellt worden. Bei 13 Frühgeborenen war der Darmkeim nachgewiesen worden. Zwei sehr früh geborene Babys starben, wobei die Klinik einen Zusammenhang der Todesfälle mit dem Keim ausgeschlossen hat. Aktuell werden nach Klinik-Angaben "vier" Frühchen in der Klinik behandelt, alle anderen wurden inzwischen entlassen. In der Diskussion um dem Umgang mit VRE-Keimen hatte ein Experte der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene gesagt, dass es bei Ausbrüchen von Keimen "sinnvoll" und "üblich" sei, dass sich Gesundheitsämter als städtische Kontrollinstanzen vor Ort einen Eindruck von der Situation verschafften. Das Düsseldorfer Gesundheitsamt stand nach eigenen Angaben seit Anfang März ständig in Kontakt mit der Kaiserswerther Klinik, nahm aber keine Vor-Ort-Begehung vor.

Eltern der betroffenen Kinder erwägen laut Torsten Fuchs, dem Vater eines betroffenen Babys, eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Gesundheitsamt einzureichen, weil es seiner Aufgabe als Kontrollinstanz nicht nachgekommen sei. Gegen die Kaiserswerther Klinik wolle man wegen fahrlässiger Körperverletzung juristisch vorgehen.

Quelle: RP
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