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Zulassungsstelle in Düsseldorf
Kein Kennzeichen D-IS mehr?

Zulassungsstelle in Düsseldorf: Kein Kennzeichen D-IS mehr?
Raymond Opszalski, Vorstand der DIS AG, vor einem Firmenauto. FOTO: Bretz
Düsseldorf. Das Düsseldorfer Personaldienstleistungsunternehmen DIS AG unterhält eine Flotte von mehr als 100 Fahrzeugen. Alle sind in der Landeshauptstadt zugelassen. Doch die Nummernschilder der Firmenwagen sorgen derzeit für Wirbel. Parallelen zur Terrormiliz Islamischer Staat sollen vermieden werden. Von Thorsten Breitkopf

Traditionell haben  Fahrzeuge des Unternehmens Nummernschilder, mit den Buchstaben D-IS, die an den Firmennamen erinnern sollen. Das sollte jetzt Geschichte sein. "Unser Fuhrparkmanager hat uns angeschrieben und erklärt, man habe ihm mehrfach und an verschiedenen Stellen die Vergabe des Kennzeichens mit den Buchstaben IS in der Mitte verweigert", sagt Raymond Opszalski, Personalvorstand des Unternehmens mit Sitz am Niederkasseler Lohweg.

Begründet worden sei die Verweigerung mit den Parallelen zur Abkürzung IS der Terrormiliz Islamischer Staat. Von der Stadtverwaltung hieß es, seit Anfang April sei das Nummernschild nicht mehr vergeben worden. Wie unsere Redaktion aus dem Umfeld der Zulassungsstelle erfuhr, habe es verstärkt Anfragen nach dem Kennzeichen D-IS von Menschen mit nordafrikanischer Herkunft gegeben. Daher habe der Verdacht bestanden, diese Menschen könnten Sympathisanten des Islamischen Staates sein.

Die Bedeutung der Nummernschilder FOTO: dpa

Mit Blick auf die deutsche Geschichte gibt es bereits heute diverse Buchstabenkombinationen, die von den Zulassungsstellen nicht vergeben werden. Neben den Kombinationen SA und SS, die an die entsprechenden Naziorganisationen erinnern könnten, wird auch das Kürzel KZ nicht vergeben.

Manager Opszalski hat allerdings wenig Verständnis für die neue Selbstzensur. "Wir haben diese Nummernschilder seit Jahrzehnten. Die Buchstaben auf einem Auto haben doch nichts mit Terror zu tun, das halte ich für einen Schildbürgerstreich", sagt der Vorstand.

Nach dem Anruf unserer Redaktion bei der Verwaltung erhielt die DIS AG dann doch die Genehmigung, weiterhin das Kennzeichen D-IS verwenden zu dürfen. Allerdings stellte ein ein Stadtsprecher klar, dass niemand in Düsseldorf ein Recht auf ein bestimmtes Wunschkennzeichen habe. Praktisch und Theoretisch kann sich die Stadt also vorbehalten, bestimmte Nummernschilder nicht oder nur eingeschränkt zu vergeben.

Quelle: RP
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