| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Keine Mehrheit mehr für höhere Musikschulgebühren

Düsseldorf. Die geplante Erhöhung der Gebühren für die städtische Clara-Schumann-Musikschule hat kaum noch eine Chance auf eine politische Mehrheit. "Wir halten den Plan, im zweiten Jahr in Folge an der Gebührenschraube zu drehen, für völlig daneben und werden im Stadtrat nicht dafür stimmen", sagt FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Von Jörg Janssen

Damit scheren die Liberalen an diesem Punkt aus der Ampel-Kooperation mit SPD und Grünen aus. Im Schulausschuss, der eigentlich am Dienstagnachmittag das heiße Eisen hätte beraten sollen, war die entsprechende Vorlage der Verwaltung auf Antrag von FDP-Ratsherr Mirko Rohloff von der Tagesordnung genommen worden.

"Wir haben einer Erhöhung von zehn Prozent und mehr im vergangenen Jahr zugestimmt, weil es viele Jahre zuvor gar keine Steigerung gegeben hatte", meint Strack-Zimmermann. Die aktuellen Pläne, von denen die FDP erst aus der RP erfahren habe, führten dazu, dass normale Mittelstandsfamilien künftig überlegen müssten, ob sie sich eine Musikschul-Bildung für ihre Kinder überhaupt noch leisten könnten. "Wer weiß, was musikalische Erziehung für die Entwicklung eines Kindes bedeutet, kann eine solche Fehl-Entwicklung nicht befürworten."

Trotz der abgesetzten Gebühren-Vorlage kam es im Schulausausschuss doch zur Debatte. Grund war der Vorschlag der Ampel-Kooperation, die Musikschule und ihre Lehrkräfte stärker in den Ganztag der Schulen einzubinden. Vor allem, um den chronischen Mangel an staatlichen Musiklehrern wenigstens teilweise auszugleichen.

Doch genau das sorgte für Ablehnung bei der CDU. "In der Musikschule warten 2000 Kinder vergeblich auf einen Platz, weil dort Lehrerstellen nicht besetzt sind, zudem wollen sie die Eltern erneut zur Kasse bitten. Und in eben dieser Situation soll diese Musikschule jetzt auch noch für das Land einspringen. Das geht nicht", sagte CDU-Schulexpertin Constanze Mucha. Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Scheffler (Grüne) schätzte das anders ein. Klar sei das Land in der Pflicht, "aber was machen wir denn, wenn das Fach Musik an vielen allgemeinbildenden Schulen einfach nicht mehr stattfindet?" Der Ampel gehe es darum, im Sinne der Kinder Musikschule und Ganztag besser zu verzahnen. SPD, Grüne, FDP und Linke nahmen den Vorschlag an.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Keine Mehrheit mehr für höhere Musikschulgebühren


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.