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Düsseldorf
Keine Waschbären mehr im Wildpark?

Tierische Einwanderer in NRW
Tierische Einwanderer in NRW FOTO: dpa, dpa
Düsseldorf. Die Waschbären im Wildpark Grafenberger Wald gehören zu den beliebtesten Tieren der Anlage. Eine neue EU-Verordnung soll die Haltung der Tiere in Zoos unmöglich machen. Von Thorsten Breitkopf

Besonders im Frühling, wenn die niedlichen Waschbären Junge haben, stehen Kinder und Eltern dort regelrecht Schlange. Doch das könnte bald vorbei sein. Die EU hat eine Verordnung erlassen, die die Ausbreitung "invasiver Arten" eindämmen soll. Und der Waschbär ist eine invasive Art. Die Tiere sind 1934 erstmals in Deutschland, in Hessen, ausgebüxt oder ausgewildert worden. Ihre Heimat ist Nordamerika. In Deutschland verbreiteten sie sich rasant. Besonders in Hessen, inzwischen aber auch in NRW, leben Tausende Waschbären.

Im Dezember meldeten Düsseldorfer Jäger, dass die Tiere im Gebiet der Landeshauptstadt aufgetaucht sind. Die Richtlinie soll nicht nur zu einer Reduktion der Wildbestände führen, sondern auch die Haltung und Züchtung invasiver Arten in Zoos verbieten. In einzelnen Gebieten gibt es durch Waschbären Probleme mit brütenden Vogelkolonien. Denn Eier sind perfektes Fressen für Waschbären. In Hessen, wo die Tiere sehr häufig sind, plündern sie Mülltonnen. Im hessischen Dorf Roth etwa haben die Einwohner etwa Holzkonstruktionen vor ihren Häusern, die es für Waschbären unmöglich machen sollen, Müllsäcke zu plündern.

Noch ist die Richtlinie nicht in deutsches Recht umgesetzt. Umweltdezernentin Helga Stulgies gibt sich gelassen. "Alle Tiere in unserem Wildpark sind ohnehin kastriert, so dass wie sie weiter halten dürfen", sagt Stulgies. Neue Tiere wird es aber nicht geben. Doch laut Stulgies werden die Düsseldorfer noch lange Freude an den heute im Wildpark lebenden Tieren haben. Sie würden oft 17 Jahre und älter.

Düsseldorf: Die Tiere des Wildparks Grafenberg FOTO: Andreas Bretz
Quelle: RP
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