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"Kurze 7" in Düsseldorf
Kellerbrand ruiniert Kneipen-Geburtstag

"Kurze 7" in Düsseldorf: Kellerbrand ruiniert Kneipen-Geburtstag
Nach dem zweiten Alarm aus der Bolkerstraße waren schließlich mehr als vier Löschzüge in der Altstadt im Einsatz. Die Wachen wurden derweil von freiwilligen Feuerwehren besetzt. FOTO: Daniel Bothe, Stefani Geilhausen (2)
Düsseldorf. Das "Kurze 7" wollte am Sonntag Fünfjähriges feiern. Aber Rauch, Ruß und polizeiliche Ermittlungen haben das verhindert. Als am Samstag im Kneipenkeller Feuer ausbrach, breitete sich der Qualm unterirdisch bis in die Bolkerstraße aus. Von Stefani Geilhausen

Die Fenster im ganzen Haus stehen weit offen. Auch 24 Stunden nach dem Brand im Keller an der Kurze Straße ist der beißende Gestank sogar vor der Tür des Clubs noch deutlich wahrnehmbar, drinnen muss es um ein Vielfaches schlimmer sein.

In einer der Wohnungen über der Kneipe wohnt die Tochter des Inhabers, Mitinhaberin des Clubs, die am Samstag alle Vorbereitungen für die Party zum fünften Geburtstag des "Kurze 7" treffen wollte. Kurz vor 12 Uhr haben sich dann ihre Pläne geändert: Sie bemerkte den Qualm, der aus dem Keller durch die Kneipe nach oben waberte, alarmierte die Feuerwehr, schloss für die Rettungskräfte noch schnell den Laden auf, und klopfte dann an die Türen der Nachbarn.

Statt des Partyprogramms für das Jubiläum stand die Absage auf der Tafel. FOTO: sg

Weil sie trotzdem nicht sicher sein konnte, dass das Haus, in dem sich der Rauch immer schneller ausbreitete, wirklich leer war, schickte die Einsatzleitung der Feuerwehr mehrere Trupps, ausgerüstet mit Atemschutzgeräten, zur Kontrolle in die Wohnungen, die Nachbarhäuser und in das Lokal, aus dem dicker schwarzer Rauch quoll.

Es war bereits der zweite Altstadt-Alarm in diesem Monat. Am Karfreitag hatte es an der Mertensgasse, Ecke Bolkerstraße gleich in mehreren Etagen des Eckhauses gebrannt. Auch dieses Feuer, dessen Ursache noch nicht geklärt ist, war am Vormittag ausgebrochen, als im Lokal noch kein Betrieb herrschte. Altstadt-Alarm, das bedeutet mindestens zwei Löschzüge und diverse Sonderfahrzeuge, dazu Rettungsdienst und Notarzt. Angefahren wird von zwei Seiten, um möglichst flexibel reagieren zu können. Grund für dieses Einsatzkonzept ist die dichte Bebauung in der Altstadt, und was daran so gefährlich ist, zeigte sich während des Löscheinsatzes an der Kurze Straße. Denn plötzlich qualmte es auch im Louisiana an der Bolkerstraße.

Die Kriminalpolizei hat den Club versiegelt, muss noch ermitteln. FOTO: sg

Ein Passant hatte den Rauch bemerkt, Feuerwehr und Personal alarmiert. Gäste waren zu dieser Zeit noch nicht im Haus. Gebrannt hatte es dort allerdings nicht. Die Keller der beiden Gebäude an der Bolker- und der Kurze Straße sind miteinander verbunden, der Rauch war durch die verwinkelten Gänge zur anderen Seite vorgedrungen.

Der Brand im Keller an der Kurze Straße war schnell gelöscht, in dem verschachtelten Kellergewölbe dauerte die Beseitigung des Rauchs und die Belüftung dagegen rund sechs Stunden. Während im Louisiana schon am Abend die Luft wieder rein war und die Gäste vom Geschehen nichts mehr bemerkten, blieb das "Kurze 7" geschlossen. Die Kripo hat den Club versiegelt, denn eine offensichtliche Brandursache wurde nicht entdeckt, jetzt müssen Kriminaltechniker danach suchen. Für die Inhaber ist das besonders bitter, nicht nur, weil die Nacht zum 1. Mai traditionell eine der umsatzstärksten in der Altstadt ist. In dieser Nacht sollte auch der fünfte Geburtstag des Clubs gefeiert werden. "Wir holen das bald nach", versprach Ludger Tiggelbeck seinen Gästen. Seine Tochter und zwei weitere Hausbewohner hatten Rauchvergiftungen erlitten, ihr Cousin, der bei den Partyvorbereitungen helfen wollte, musste sogar ins Krankenhaus. Es geht allen offenbar besser, die Familie tanzte gestern in Kleve in den Mai.

Quelle: RP
 
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