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Düsseldorf
Kinder aus Gerresheim lernen die Kö kennen

Düsseldorf. Ende des 18. Jahrhunderts war die Königsallee noch Brach- und Ackerland. Wo heute Damen der besseren Gesellschaft elegant entlangstöckeln, weideten früher Kühe, suhlten sich Schweine. Ein Befestigungsgraben schottete hier die Düsseldorfer vom Umland ab. Erst um 1900 wurde die Kö zum Boulevard.

Mit großen Augen verfolgen die Kinder der Ferdinand-Heye-Grundschule in Gerresheim gestern ungläubig die Schilderungen von Buchautor Christoph Baum. Viele Flüchtlingskinder sind unter den 20 Viertklässlern, zum Teil aus den Unterkünften im Stadtteil, einige sind mit ihren Familien aber auch bereits in normale Wohnungen umgezogen. Die Kö haben sie noch nie gesehen. Den Ausflug hat die Bürgerstiftung Gerricus organisiert, "weil gerade an dieser Schule Integration groß geschrieben wird", betont der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Michael Brockerhoff.

Der Kölner (ausgerechnet) Baum hat im vergangenen Jahr ein wunderschönes Bilderbuch über die Königsallee verfasst, "weil es diese einmalige Atmosphäre in meiner Heimatstadt so nicht gibt", räumt er freimütig ein. Der liebevoll illustrierte historische Abriss der Düsseldorfer Prachtmeile, erschienen im Greven Verlag, dient den Kindern gestern als Leitfaden für ihre Reise durch mehr als zwei Jahrhunderte Stadtgeschichte.

Ausgangspunkt der Erkundung ist die Galerie Paffrath. Hans Paffrath ist an der Kö aufgewachsen: "Hier habe ich mir mein erstes Taschengeld verdient, Parkplätze für Mercedes-Fahrer frei gehalten - und die VWs schnell weitergewunken."

(arc)
 
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