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Düsseldorf
Kinder teilen wie einst St. Martin

Düsseldorf. Schulen und Kitas nehmen die Martinszeit zum Anlass, um die Kinder auf die Not anderer Menschen aufmerksam zu machen. Von Julia Brabeck

Teilen wie St. Martin ist an der Grundschule Krahnenburgstraße von jeher ein großes Thema. Seit zehn Jahren unterstützt die Schule Heribert Hölz, Initiator der Bosnienhilfe, in dem sie dessen selbstgemachte Marmelade verkauft. Zudem wird die Hilfsorganisation mit Lebensmittelspenden aus der Elternschaft unterstützt. Als Zeichen der Wertschätzung hat die Schule nun eine Urkunde im Namen des Bürgermeisters von Sarajewo erhalten, mit der dieser sich für die Hilfe bedankt. Übergeben wurde die Urkunde beim traditionellen Weckmannessen der Schule in Anwesenheit von "St. Martin". Mit den Spendengeldern können unter anderem Schafe gekauft werden, die bedürftigen Familien helfen, eine eigene Existenz aufzubauen. Die Grundschule konnte mit Hilfe von Geldspenden bereits eine Patenschaft für das Schaf "Ella" übernehmen. Auch in diesem Jahr wurde Geld für ein weiteres Schaf gesammelt.

Bereits seit zehn Jahren ist es in der St. Bruno Grundschule in Unterrath üblich, in der Vorweihnachtszeit an Bedürftige zu denken. Die Kinder spenden ihre an St. Martin gegripschte Süßigkeiten für die Düsseldorfer Armenküche. Am Anfang haben die Kinder jeweils ein Teil mitgebracht. Das wurde aber von Jahr zu Jahr immer mehr, so dass in diesem Jahr 85 Kilogramm Süßwaren zusammenkamen. "Ich finde es wichtig, dass die Kinder so das Martinsmotiv - das Teilen mit denen, die wenig haben - selber umsetzen", sagt Lehrerin Birgitta Franke. In diesem Jahr wollte man zunächst die Süßigkeiten an Flüchtlinge weitergeben. "Aber die Besucher der Armenküche rechnen mit uns und besitzen auch nur wenig", sagt Franke. Diese werden von den 180 Schülern noch einmal zu Nikolaus bedacht. Dann spendet jedes Kind einen gefüllten Strumpf, dessen Inhalt noch von der St. Bruno-Apotheke ergänzt wird.

Für Flüchtlinge hat sich die evangelische Kindertagesstätte an der Kirche in Wittlaer stark gemacht. "Wir haben mit den Kindern über das Thema Flucht und Teilen gesprochen und diese haben anschließend Spielsachen gespendet", sagt Annemarie Rosing, stellvertretende Kita-Leiterin. Zudem haben die Eltern noch Hygieneartikel gekauft, so dass eine ganze Wagenladung zum Spendensammellager am Vogelsanger Weg gefahren werden konnte. Einige Kinder haben persönlich ihre Spielsachen dort an die Flüchtlingsbeauftrage Miriam Koch übergeben. "Mein Opa ist auch im Krieg vor der Geheimpolizei durch ein Fenster geflohen", erzählt Anatol. Und die fünfjährige Carlotta erklärt, dass die Menschen fliehen müssen. "Denn in ihrem Land gibt es ja Krieg, und da muss man ganz schnell wegrennen."

Quelle: RP
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