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Düsseldorf
Kirche lädt zu Seelsorge-Woche ein

Düsseldorf: Kirche lädt zu Seelsorge-Woche ein
Barbara Schwahn in einem seelsorgerlichen Gespräch: "Das Schlüsselwort ist Zuhören." FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Mit Gottesdiensten, Ausstellungen und Gesprächsabenden will die evangelische Kirche in den nächsten Tagen auf sich aufmerksam machen. Das Programm richtet sich auch an Menschen, die beim Thema Glauben noch auf der Suche sind. Von Stefanie Thrun

Die Themen Seelsorge, Trost und Trauer stehen in den kommenden Tagen im Zentrum der Seelsorgewoche der Evangelischen Kirche in Düsseldorf. Zum ersten Mal klärt die Kirche mit einer eigenen Aktion über das Thema auf. "Wir wollen ganz laut deutlich machen", so Kirchensprecher Ulrich Erker-Sonnabend, "dass unsere Kirche hier tätig ist". Häufig agiere die Kirche in diesem Bereich eher unauffällig, dabei sei sie hier in vielen unterschiedlichen Bereichen unterwegs. Zum Beispiel bei der Krankenhaus-, Notfall-, Feuerwehr- und Schulseelsorge, vor Ort in den Kirchengemeinden oder bei der anonymen Telefonseelsorge.

Seit langem biete die Kirche Hilfe für jeden, der sie in Anspruch nehmen möchte. Nur bekannt sei es häufig nicht. Die "Seelsorgewoche" beginnt heute Abend mit der Eröffnung einer Fotografie-Ausstellung von Guido Blum und einer Lesung von Annette Pehnt um 20 Uhr im Foyer der Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz. Der Eintritt dazu kostet fünf Euro, der zu den übrigen Veranstaltungen der Woche ist dagegen kostenfrei.

Wichtig aus Sicht der Protestanten: Seelsorger unterscheiden sich klar von Therapeuten und Psychiatern. Sie sollen ein offenes Ohr bieten, ohne zu analysieren oder zu interpretieren. Außerdem gibt es keine Pflicht zur Dokumentation, wie das in anderen Bereichen Pflicht ist. Pfarrerin Barbara Schwahn, Leiterin der Abteilung Seelsorge des Kirchenkreises Düsseldorf, sagt: "Das Schlüsselwort ist Zuhören." In erster Linie gehe es darum, "aktiv zuzuhören und auch mal nachzufragen". Dabei könne es um den eigenen Glauben, aber auch um jedes andere Thema gehen, das Menschen beschäftige. "Das gemeinsame Beten ist dabei nicht ausgeschlossen", sagt Schwahn.

Um aktive Seelsorge bemüht sich auch Birgitta Horster. Die engagierte Christin ist ehrenamtlich unter anderem in der Justizvollzugsanstalt tätig. Hier betreut sie Häftlinge, ist "einfach da" und hört zu. Die JVA ist für sie ein sehr wichtiger Standort für Seelsorge. An diesem Ort gehe es nicht darum, Krisensituationen zu erkennen, denn: "Hier befindet sich jeder in einer Krise." Motiviert hat Horster ein Gespräch mit ihren Kindern, die gemeinsam mit ihr in der Nähe eines Gefängnisses aufwuchsen. Horster war es sehr wichtig, dem eigenen Nachwuchs keine "schwarz-weiße" Welt zu zeigen. So fand sie ihren Weg in die Seelsorge. Zu diesem besonderen Thema passt die Ausstellung "Knast. Ein Fotoprojekt" von Thea Weires. Von morgen an werden ihre Bilder von Inhaftierten und Vollzugsbeamten in der Johanneskirche am Martin-Luther-Platz gezeigt. Die Ausstellung läuft bis zum 20. März.

Wer sich einen genaueren Eindruck über Facetten der Seelsorge verschaffen will, Engagierte kennenlernen möchte oder sich vielleicht sogar selbst für ein Ehrenamt interessiert, kann am 12. März einen Informationsnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr - ebenfalls in der Johanneskirche - besuchen.

Mehr Informationen zu den einzelnen Angeboten und Aktionen gibt es von heute an auf der neuen Homepage www.seelsorge.evdus.de

Quelle: RP
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