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Kreuz-Streit
Kirchen treffen OLG-Präsidentin

Düsseldorf. Es wird wohl das letzte Kapitel im Streit um die Kreuze in Düsseldorfer Gerichtssälen sein: Vertreter der beiden großen Kirchen treffen heute Vormittag and der Cecilienallee mit Oberlandesgerichts-Präsidentin Anne José-Paulsen zusammen, um ihr Unverständnis darüber auszudrücken, dass sie es nicht verhindert hat, dass die Präsidenten von Amts- und Landgericht die Kreuze aus ihren Gerichtssälen verbannt haben.

Vor rund einem Monat war bekannt geworden, dass die christlichen Symbole beim Umzug der Gerichte von der Altstadt an den Oberbilker Markt nicht wieder aufgehängt werden würden. Schon damals hatten Superintendent Rolf Steinhäuser für die katholische und Stadtdechant Ulrich Lilie für die evangelische Kirche versucht, den Dialog mit der OLG-Präsidentin zu suchen. Nun kommt heute das Treffen zustande – nachdem sich die zum Teil heftig geführte öffentliche Diskussion gelegt hat.

"Weltanschaulich neutral"

Nur allergrößte Optimisten erwarten von dem Gespräch, dass die Entscheidung rückgängig gemacht wird. Schließlich hatte José-Paulsen, die Präsidentin des Oberlandesgerichts (OLG), die Entscheidung der Düsseldorfer Gerichte verteidigt, künftig keine Kreuze mehr in Gerichtssälen aufzuhängen. In einer öffentlichen Erklärung wies sie darauf hin, dass sich der Staat und seine Gerichte "weltanschaulich neutral zu verhalten haben". Ohnehin hingen nach Angaben Paulsens nur in 40 bis 60 der 1300 Gerichtssälen in NRW noch Kreuze.

Die Kirchen halten die Entscheidung der Justiz trotzdem für falsch: Superintendent Ulrich Lilie: "Wir sind noch immer eine christliche Mehrheitsgesellschaft, und ich frage mich, warum wir das nicht selbstbewusst zum Ausdruck bringen?"

Quelle: RP
 
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