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Düsseldorf
Kirchenkunst zur Tour

Düsseldorf: Kirchenkunst zur Tour
Fynn van Rießen, Alexander Michel, Vivian Röhl, Thi Nguyen, Lucia Frank und Lehrerin Julia Rothmund (v. l.) malen auf der Johanneskirche. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Görres-Gymnasiasten wollen beim Grand Départ Bilder auf dem Dach der Johanneskirche und ihrer Schule zeigen, die von Hubschraubern aus zu sehen ist. Der Oberbürgermeister empfing gestern Vertreter anderer Städte an der Strecke. Von Nicole Lange und Oliver Burwig

Wenn die Stadt in einigen Wochen Tausende Zuschauer an der Tour-de-France-Strecke erwartet, erwacht auch der Himmel darüber zum Leben. Hubschrauber mit Filmteams werden die Rennradfahrer und ihren Fortschritt in der Etappe verfolgen, Foto-Drohnen werden durch die Luft schwirren, um die beste Bildperspektive zu bekommen. Damit die auch von weit oben noch etwas von der Rennrad-Begeisterung der Düsseldorfer mitbekommen, haben sich die Kunstlehrer des Görres-Gymnasiums mit ihren Schülern etwas einfallen lassen: Sie wollen großformatige Bilder auf der Dachterrasse der Johanneskirche und der Decke des Gymnasiums an der Kö ausbreiten. Die entfalten ihre beste Wirkung aus großer Entfernung.

Vier mal sechseinhalb Meter misst das Acrylgemälde eines Rennradfahrers, dass die Zehntklässler unter der Anleitung von Kunstlehrerin Julia Rothmund gemalt haben. "Vor der Tour de France schrauben wir es mit einem Holzrahmen am Boden fest, damit es auch dem Wind standhalten kann", sagt Rothmund. Das Projekt übernahm sie von Künstler und Kunstlehrer Martin Steiner, den sie vor Kurzem auch in seiner Position am Görres abgelöst hat. Noch nie habe sie mit Schülern an einem solch großen Bild gearbeitet: "Ich glaube, dass es erst bei einer Entfernung von 30 Metern so richtig zur Geltung kommt", sagt die 35-Jährige.

Um den Radfahrer, der sich auf dem Bild gerade in eine Kurve legt, auch aus der Höhe erkennbar zu machen, haben die Schüler und Rothmund auf alle Details verzichtet. Grundlage war ein Foto, das sie für das neue Bildformat abstrahierten. "Ich finde interessant, welche Formen dabei entstehen", sagt Thi Nguyen (15) und zeigt auf die Beine des Radfahrers, denen scharf voneinander abgetrennte Farbflächen eine Raumtiefe verleihen. Auch ihre 16-jährige Mitschülerin Vivian Röhl fand es reizvoll, nur aus groben Formen ein Motiv entstehen zu lassen, das man später aus der Luft erkennen kann.

Wenn das Bild endgültig fertig ist, will ein Schüler des Görres-Gymnasium selbst ein Drohnen-Foto davon machen, um es zu dokumentieren. Gleiches soll auch auf dem Dach der Schule passieren, wo zum Grand Départ beide Terrassen mit Bildern gefüllt sein sollen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel empfing gestern im Rathaus die Vertreter der Städte und Gemeinden, die an der Strecke der zweiten Etappe am 2. Juli liegen - und begrüßte sie in der Reihenfolge, in der sie durchfahren werden: Erkrath, Mettmann, Ratingen, Meerbusch, Neuss, Kaarst, Korschenbroich, Mönchengladbach, Jülich, Würselen und Aachen. "Wir sind schon gut vorbereitet auf dieses Ereignis", sagte Geisel den Besuchern und warb für das Düsseldorfer Rahmenprogramm und die vielfältigen Möglichkeiten, das Rennen an der Strecke oder auf Leinwänden zu verfolgen. "Uns ist wichtig, dass jeder das Gefühl haben kann, hautnah dabei gewesen zu sein." Gleichzeitig arbeite man auch auf Hochtouren daran, die Menschen angesichts der schwierigen Zeit vor Gefahren zu schützen, sagte Geisel: "Wir tun alles, was möglich ist, um die Sicherheit zu gewährleisten."

Auch die anderen Städte haben für den Tag der zweiten Etappe ein breites Programm zusammengestellt, das sich meist an Familien richtet. So gibt es etwa in Erkrath einen "französischen Frühschoppen", in Ratingen den Fischmarkt unter dem Motto "Frankreich", in Neuss Open-Air-Konzerte und ein historisches Stadtfest, in Korschenbroich Pétanque und einen verkaufsoffenen Sonntag und in Mönchengladbach einen französischen Markt und ein Familienfest.

Quelle: RP
 
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