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Düsseldorf
Kirmes und Japan-Tag schon wegen Sturms gestoppt

Düsseldorf: Kirmes und Japan-Tag schon wegen Sturms gestoppt
Am 25. Juli 2015 blieb die Große Kirmes wegen einer Sturmwarnung geschlossen - ausgerechnet an einem traditionell umsatzstarken Samstag. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Wenn Orkanböen angesagt sind, gelten für Veranstalter klare Regeln. Auch das Riesenrad steht manchmal still. Von Denisa Richters

Es war keine leichte Entscheidung, die Schützenchef Lothar Inden und Kirmes-Architekt Thomas König vergangenen Sommer treffen mussten: Der Wetterdienst hatte für den 25. Juli orkanartige Stürme vorhergesagt. Mit dem Krisenstab entschieden sie, die Große Kirmes nicht zu öffnen. Es war ein Samstag, der umsatzstärkste Tag der Woche. "Aber wer will die Verantwortung übernehmen, wenn doch etwas passiert?", sagt Inden. Er könne den Veranstaltern des Rosenmontagszugs deshalb nur empfehlen, kein Risiko einzugehen. "Auch wenn ich das sehr bedauern würde." Schließlich fahre er selbst auf dem Wagen der Gerresheimer Bürgerwehr mit. Bei Großveranstaltungen bekommt der Organisator laut Stadtsprecher Michael Buch nur eine Genehmigung, wenn er ein Sicherheitskonzept vorlegt. Dazu gehört ein Maßnahmenkatalog, der auch regelt, wie man sich bei Unwettern zu verhalten hat. Der Veranstalter hat die Pflicht, abzusagen, wenn durch ein Unwetter Teilnehmern oder Zuschauern Gefahr droht. Auch die Windstärken sind definiert: Ab Stärke 6 seien erste Maßnahmen einzuleiten (z. B. Sichern loser Teile), so Buch, bei mehr als Stärke 8 müsse abgesagt werden. Beurteilt wird die Lage von einem Krisenstab aus Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Veranstalter.

Solche Absagen hat es in Düsseldorf mehrfach gegeben: 2006 war der Japan-Tag abgesagt worden, weil der Wetterdienst orkanartige Böen mit bis zu 110 km/h gemeldet hatte. Auch 1987 entfiel das Japanische Feuerwerk - wegen Hochwassers auf den Rheinwiesen. Der Weihnachtsmarkt blieb 2008 wegen Sturms geschlossen, die DMT hatte als Veranstalterin eine Gefährdung der Besucher nicht ausschließen können. Auch das Riesenrad steht bei starkem Wind immer wieder still - laut der Betreiberfamilie Bruch aber weniger wegen wirklicher Gefahr, sondern weil sich die Besucher dann nicht mehr wohlfühlten.

Bis zur Windstärke 11 sind die Bewohner der beiden Traglufthallenlaut Stadt sicher. Ist der Sturm stärker, werden sie evakuiert. Die luftgefüllten Wände der Flüchtlings-Unterkünfte werden über Sensoren angepasst, die Aufbauten sind 2,50 Meter tief im Boden verankert.

Quelle: RP
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