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Rhein-Kirmes in Düsseldorf
1300 Bewerber für 320 Plätze
Düsseldorfer Kirmes: 13 Dinge, die auch bei Regen Spaß machen
Düsseldorfer Kirmes: 13 Dinge, die auch bei Regen Spaß machen FOTO: Hemmes
Düsseldorf. Heute in einer Woche hat das Volksfest längst begonnen. Der erste Kirmes-Freitag ist besonders profitabel. Von Hans Onkelbach

Rund 320 Schausteller bauen derzeit ihre Zelte, Buden und Fahrgeschäfte auf, um ab kommendem Freitag fertig zu sein für die vielen Hunderttausende Besucher der größten Kirmes am Rhein. Aber für diese 320 Plätze gab es mindestens 1300 Bewerber.

Sebastianer-Chef Lothar Inden, der das Volksfest gemeinsam mit seinem Kirmes-Architekten Thomas König organisiert: "Wir bekommen auch jetzt noch täglich mehrere Anrufe und werden regelrecht angebettelt, doch noch zuzustimmen. Oft wird argumentiert, man brauche doch nur drei oder vier Meter." Dabei, so Inden weiter, stehe seit Monaten fest, wer mitmachen darf und wer nicht. "Wenn ich allen zustimmen würde, die sich bewerben, könnten wir zig Kilometer Kirmes aufbauen", sagte der Chef der Sebastianus-Schützen von 1316, dem Verein der Altstadt, der das größte Fest weit und breit organisiert.

Vor allem Schausteller, die bereits auf verschiedenen Frühjahrsfesten waren und vor allem rund um die Osterzeit wegen des winterlichen Wetters kaum Umsatz machen, ist das Event in Düsseldorf der Rettungsanker: Eine gut verlaufende Kirmes am Rhein macht Verluste wett und kann ein schlechtes Jahr in ein gutes drehen. Inden: "Der Olympia-Looping ist in diesem Jahr zum ersten Mal draußen. Der muss dringend Umsatz machen." Wenn es gut läuft, kann er das in Düsseldorf tun.

Alles steht und fällt mit dem Wetter: Gibt's Dauerregen, bricht der Umsatz dramatisch ein und die Schausteller hoffen auf einen der nächsten Termine in diesem Sommer. Aber nicht alle können auf die ganz großen Feste im Land. Daher sind die besonders zufrieden, die am Rhein antreten dürfen.

Im Schnitt gibt jeder Kirmesbesucher 20 bis 25 Euro aus, sagt die Statistik. Wer mit zwei Kindern hingeht, ein paar Fahrgeschäfte besuchen möchte und den Kleinen was zu essen kauft, ist schnell bei 100 bis 150 Euro. In den Festzelten gibt es dieses Jahr das Bier zu einem Preis, der fürs 0,25-l-Glas um 2,20 Euro liegt. Allein auf der Festwiese werden, so schätzen Kenner, in den zehn Tagen rund 100 Millionen Euro umgesetzt. Nicht gerechnet das Geld, das die Besucher womöglich noch in der Stadt lassen. Die Schützen als Veranstalter haben davon wenig. Sie pachten die Wiese von der Stadt und verpachten sie weiter an die Schausteller. Was sie dabei einnehmen, geht aber wieder komplett drauf für Energie, Rettungskräfte, das Arrangement mit der Rheinbahn, die die per Auto anreisenden Gäste von den Messe-Parkplätzen zur Wiese transportiert und andere Ausgaben.

Allein die Reparatur der Wiese nach dem Spektakel kostet ab 30 000 Euro. Auch das hängt am Wetter: Ist der Boden wegen Regens besonders weich, wird also tief zerfurcht, kann der Preis für das Wiederherstellen des alten Zustandes auf 60 000 Euro klettern.

Quelle: RP
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