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Rheinkirmes
Willkommen auf der Horror-Kirmes!

Rheinkirmes: Willkommen auf der Horror-Kirmes!
Karl Häsler will die Besucher erschrecken. Aber nicht zu stark. FOTO: Bretz Andreas
Düsseldorf. Am Freitag startet die "Größte Kirmes am Rhein" in Düsseldorf. Wir haben am Mittwoch einen ersten Rundgang absolviert – und die ein oder andere neue Attraktion bereits getestet. In unseren Videos bekommen Sie einen ersten Eindruck. Von Arne Lieb (Text), Laura Ihme (Video) und Sarah Biere (Video)

Wenn die Veranstalter der Rheinkirmes sich in den vergangenen Wochen gruseln wollten, mussten sie einfach auf den Rheinpegel schauen. Aber es ist zum Glück noch mal gut gegangen: Der Wasserstand ist rechtzeitig gesunken, die Wiese wieder halbwegs trocken. Also läuft der Aufbau nach Plan - und ab Donnerstag sollen sich möglichst viele Besucher gruseln. Schließlich wollen diesmal so viele Schausteller wie noch nie zuvor ihr Geld damit verdienen, Menschen auf deren eigenen Wunsch zu erschrecken.

Zum Beispiel Kirmesurgestein Karl Häsler, der schon diverse originelle Geschäfte auf den Festplatz gebracht hat und diesmal mit dem "Encounter" seine Premiere feiert. Er verspricht ein neuartiges Vergnügen mit viel Technik, aber einer Dramaturgie wie in einer Live-Show: Die Besucher erleben von ihren Sitzplätzen aus eine Geschichte um ein missglücktes Experiment. Sie sollen sich dabei ordentlich erschrecken - unter anderem durch Effekte, die in die Sitze eingebaut sind.

Übertreiben will es Häsler aber nicht, das ist schlecht fürs Geschäft. "Ich könnte eine Horror-Show machen, dass die Leute rauskriechen", sagt Häsler. "Aber der Besuch soll eher ein bisschen lustig und zugleich ein bisschen gruselig sein." Ob sich das Erlebnis (sieben Minuten, fünf Euro) lohnt, war am Mittwoch noch nicht zu erfahren - die technische Abnahme lief noch.

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Überhaupt zeigte sich beim traditionellen Rundgang vor dem Kirmesbeginn einmal mehr: Viele Schausteller reisen mit engem Zeitplan an, zwei Tage vor dem Beginn läuft bei Weitem noch nicht alles. Die neue Riesen-Überschlags-Schaukel "Infinity" war sogar noch zerlegt in ihre Einzelteile.

Kinder-Achterbahn "Twister"

Andere könnten sofort loslegen. Zum Beispiel die Kinder-Achterbahn "Twister" (drei Euro, Mindestalter vier Jahre), die mit ihren drehbaren Gondeln ein einzigartiges Geschäft ist. Oder auch das "Horror-Lazarett", ein - wirklich ziemlich erschreckendes - Spukhaus mit Horror-Ärzten und blutüberstömten Zombie-Patienten (acht Zimmer, 3,50 Euro), ein weiterer Zuwachs in der Kategorie Grusel.

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Für einen Nervenkitzel anderer Art sorgt derweil ein Neuling aus der Schweiz: Auf eine Höhe von 80 Metern bringt das Kettenkarussell "Condor" seine Fahrgäste. Die Sitze sind dieselben wie bei den kleinen Vorgängern, die Füße baumeln also frei in der Luft. Gesichert werden die Passagiere mit zwei Gurten, die sich während der Fahrt nicht lösen lassen. Der Ausblick ist spektakulär - schwindelfrei sollte man für dieses Vergnügen (Preis noch unklar) aber auf jeden Fall sein.

Ein weiterer Trend des Jahres: selbst gemachte Speisen. Das "Chalet de Chocolat" bereitet Süßspeisen aus 40 Kakao-Sorten und Früchten zu - direkt vor Ort. Betreiber Marcel Kutschenbauer hat mehr als 50.000 Euro in Technik investiert, unter anderem eine vollautomatische Schokoladen-Schmelzanlage. Er verspricht "unglaubliche Vielfalt", nur für die Weihnachtsmänner, die er mit der Anlage auch gießen kann, findet er den Juli aber etwas zu früh. "Die gibt es ab August - wie im Handel." Auch ein ganz anderes Speise-Handwerk gibt es direkt vor Ort zu bewundern: In der neuen Bude "Düsseldorfer Bratwoosch" wird gleich auf dem Festplatz frische Wurst gemacht - ein interessanter Gegentrend zu der Veganer-Bude, die im vergangenen Jahr ihre Premiere feierte und auch wieder dabei ist.

"Nicht immer alles an der selben Stelle"

Wer zu den Stammgästen der Rheinkirmes gehört, wird sich zudem über die Anordnung der Attraktionen wundern. Kirmesarchitekt Thomas König hat einiges von hier nach da verschoben. "Kirmes macht aus, dass nicht immer alles an derselben Stelle steht", meint er. Zwei überraschende Hingucker gibt es: Mitten im Geschehen steht ein Tennisplatz mit blau-grünem Belag - also den Farben der US Open -, auf dem der Rochus-Club mit Hilfe von diversen Prominenten den Tennissport populärer machen will.

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Und in zweiter Reihe sieht man die Spitzen von zwei Zirkuszelten, an denen ein Fähnchen des Fernsehsenders RTL hängt. Am Dienstag und Mittwoch wird dort eine Show namens "Der Kirmeskönig" aufgezeichnet. Sie wird moderiert von Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder und soll im September ausgestrahlt werden. Wie prominent die prominenten Gäste wirklich sind und was sie tun müssen, um sich Kirmeskönig nennen zu dürfen - dazu sagt der Sender noch nichts.

Quelle: RP
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