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Verkehrskadett an der Rheinkirmes angefahren
"Die Rücksichtslosigkeit im Verkehr nimmt zu"

Verkehrshelfer wird auf Rheinkirmes 2016 in Düsseldorf angefahren
Die Verkehrskadetten regeln ehrenamtlich den Verkehr an der Kirmes. FOTO: Merle Sievers
Düsseldorf . Vor dem Düsseldorfer Kirmesplatz hat ein BMW-Fahrer einen 19-jährigen Verkehrshelfer verletzt, nachdem der ihn nicht in eine gesperrte Straße gelassen hatte. Beobachter beklagen immer härtere Sitten im Straßenverkehr. Der Oberbürgermeister fordert eine harte Strafe. Von Arne Lieb

Aus Verärgerung über eine gesperrte Straße hat ein 25 Jahre alter BMW-Fahrer an der Düsseldorfer Rheinkirmes absichtlich einen Verkehrskadetten angefahren. Er ließ sein Fahrzeug am Montagabend gegen 21 Uhr auf den 19 Jahre alten Verkehrshelfer zurollen und fügte ihm leichte Blessuren an den Beinen zu. Dann wendete er und floh. Die Polizei konnte die Identität des Fahrers allerdings schnell ermitteln. Als die Polizei am Dienstagmittag den Halter des Fahrzeugs zu Hause aufsuchte, traf sie dort auch den Fahrer an. Denn der stammt laut Polizei aus dessen engem Umfeld – dürfte also ein Familienangehöriger sein. Die Polizei zog den Führerschein ein, es laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung und der Körperverletzung.

Die Verkehrskadetten im Alter von 14 bis 22 Jahren regeln ehrenamtlich den Verkehr am Haupteingang der Rheinkirmes an der Oberkasseler Brücke. Sie kontrollieren die Besucherströme an der Haltestelle "Luegplatz", aber auch die Zufahrt zu der Straße, die unter der Brücke vorbeiführt. Diese ist ab 18 Uhr nur noch für Linienbusse offen – was der BMW-Fahrer aber nicht akzeptieren wollte, offenbar hoffte er auf einen Parkplatz direkt neben dem Haupteingang. Die Kadetten verweisen in solchen Fällen auf den offiziellen Kirmes-Parkplatz an der Messe, denn direkt neben dem Festplatz gibt es keine Möglichkeit, das Auto abzustellen.

Absichtlich auf Helfer zugefahren

Der junge Fahrer wollte das nicht akzeptieren. Er beschimpfte den Kadetten, der gemeinsam mit einem anderen Jugendlichen seinen Dienst tat. Schließlich ließ er sein Fahrzeug auf den Jugendlichen zurollen. Dann soll er ihn sogar noch weiter beschimpft haben. Am Ende wendete der BMW-Fahrer und floh. Allerdings hatten Zeugen das Kennzeichen des in Düsseldorf zugelassenen Autos notiert und auch das Gesicht des Verdächtigen gesehen.

Oberbürgermeister ist für harte Strafe

Neben der strafrechtlichen Folgen droht dem Fahrer nun auch der Entzug des Führerscheins. In solchen Fällen ist es üblich, dass die Polizei das Straßenverkehrsamt informiert, das dann prüft, ob die Person zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist. Oberbürgermeister Thomas Geisel und Verkehrsdezernent Stephan Keller verurteilten aufs Schärfste das rücksichtslose Verhalten des Autofahrers. "Die vorsätzliche Gefährdung des Helfers ist absolut nicht hinnehmbar und muss entsprechend hart geahndet werden", sagte Geisel und lobte zugleich den Einsatz der Kadetten.

Einen so heftigen Vorfall hat es bei der Kirmes noch nicht gegeben, aber die Verkehrskadetten werden häufig Opfer von wütenden Autofahrern, die sich nicht mit Umleitungen oder Parkverbot abfinden wollen – und die jugendlichen Ehrenamtler angehen. "Die Rücksichtslosigkeit nimmt zu", sagt Leiter Felix Kreuzer. Der Autoverkehr werde für viele mehr zum Kampf gegeneinander. "Ich hoffe, das bleibt der einzige Vorfall dieser Art."

Verhalten im Verkehr wird immer rücksichtsloser

Kreuzer hat mit den Jugendlichen noch einmal besprochen, dass der Selbstschutz in jedem Fall vorgeht. Auch Polizeisprecherin Susanna Heusgen beklagt, dass rücksichtsloses Verhalten auf den Straßen zunimmt. "Der achtungsvolle Umgang miteinander wird leider weniger."

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