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Düsseldorf
Kita-Kinder trainieren im Bewegungscamp

Düsseldorf: Kita-Kinder trainieren im Bewegungscamp
In der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark sind viele Parcours für die Kinder aufgebaut. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Noch bis morgen probieren Kinder und ihre Betreuer im Arena-Sportpark neue Angebote aus. Erzieher sollen dabei Anregungen für ihre Arbeit bekommen. Ein Besuch. Von Nicole Esch

Laute Anfeuerungen tönen durch die Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark. Eine Gruppe gut gelaunter Frauen tanzt im Rhythmus von Latino-Musik. Sie sind Teilnehmerinnen eines Zumba-Workshops, der im Rahmen des Kita-Bewegungscamps stattfindet. Beinahe wäre der Kurs ausgefallen, die Trainerin musste absagen. Glücklicherweise hat sich aber schnell ein Ersatz gefunden: Sandra Hoffmeister ist eine der Mütter, die die Kinder zum Camp begleiten. Da sie selbst als Zumba-Trainerin arbeitet, ist der spontane Einsatz kein Problem für sie. "Zum Glück hat man mich eingeladen", sagt sie und lacht. Die Musik hat die Trainerin immer auf ihrem Smartphone dabei.

Auch wenn sich alles in der Leichtathletikhalle um die Kinder zu drehen scheint, steht beim Bewegungscamp die Fortbildung der Erzieher im Vordergrund. Daher dürfen auch nur die Kindergärten teilnehmen, deren Erzieher bereit sind, bei den Workshops mitzumachen. "Wir wollen ja nicht, dass die Erzieher die Kinder abgeben, es sich gemütlich machen und Kaffee trinken", sagt Clemens Bachmann, Veranstaltungsleiter und stellvertretender Abteilungsleiter der Sportfachabteilung im Sportamt. Nachdem die Teilnehmer im vergangenen Jahr alles über Ernährung lernen konnten, steht nun Bewegung auf dem Lehrplan. Kurse wie Life Kinetik, Yogilates, Faszien- und Rückentraining, Zumba und Kindertanz sollen den Teilnehmern helfen, fitter und gesunder durch das Arbeitsleben zu kommen. "Die Workshops für die Erzieher finde ich besonders gut. In dem Bereich wird viel zu wenig gemacht", sagt Tim Wuttke, der gerade selbst eine Erzieherausbildung macht. "Dort können wir lernen, den Körper zu schonen." Gerade Erzieher hätten viel mit Rückenproblemen zu tun, berichtet Sonja Baur, Fachbereichsleiterin für Tageseinrichtungen für Kinder im Jugendamt. Viele Male am Tag heben sie beispielsweise Kinder hoch oder bücken sich, um ihnen die Schuhe zu binden.

Während die Erwachsenen bei ihren Workshops schwitzen, können die Kleinen sich austoben. "Die Kinder sollen hier auch mal eine andere Raumerfahrung machen. Das ist ganz anders als in den Kitas", sagt Baur. Dafür können die Kids die Halle ohne die Aufsicht ihrer Erzieher nutzen. Für ihre Sicherheit sorgen Honorarkräfte vom Sport- und Jugendamt, die auch bei der Organisation geholfen haben. Hilfe bekommen die Veranstalter auch vom Elly-Heuss-Knapp-Berufskolleg. Die Erzieher in der Ausbildung sind nicht zu ersten Mal dabei. Sie haben ihren eigenen Parcours aufgebaut und zeigen vollen Einsatz. "Die Kinder können sich hier so richtig austoben. Es gibt Kitas, die haben noch nicht mal eine Turnhalle. Das ist schade", sagt Wuttke.

Am Hochseilgarten stehen die Kinder Schlange. Elisabeth hat den Parcours wie ein Profi gemeistert. "Ich hatte gar keine Angst, aber die Wackelbrücke war schwer", erzählt sie. In der Buddellandschaft graben einige nach Cent-Stücken. Auf der Bewegungsbaustelle wird fleißig gearbeitet: Mit Helmen und Handschuhen ausgerüstet, tragen die Kleinen Röhren und Kisten hin und her. Manche sind dabei, einen Holzboden zu verlegen. Auch die Verletzung am Finger kann Katinka nicht aufhalten. Nachdem sie zusammen mit Maxima ein Haus gebaut hat, sind sich beide einig: Sie möchten später mal Bauarbeiter werden.

Quelle: RP
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