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Düsseldorf
Kleiner Baumgeist für die Kastanie heißt Erona

Düsseldorf. Eine Jury wählte den Namen für den berühmten Himmelgeister Baum aus 42 Vorschlägen aus. Von Maximilian Krone

Erona, das heißt so viel wie "die Wächterin der Bäume". Leni Claßen wird so bald wohl öfters genannt. Denn seit gestern steht fest, das dies der neue Name des zweiten Baumgeistes in Himmelgeist ist, den die Elfjährige verkörpert. Bislang hatte diese Rolle der "Jüchtwind" alias Sabine Vogt inne. Doch mit der Umwandlung der toten 200-jährigen Kastanie in ein Holzkunstwerk ist sie quasi arbeitslos geworden. Umso mehr freuen sich alle Beteiligten über den neuen Nachwuchs-Geist, der fortan vor allem die kleine Kastanie repräsentiert, die vor rund zehn Jahren neben dem damals noch gesunden Baum gepflanzt wurde.

Zueinander gefunden haben Leni und der Freundeskreis "Himmelgeister Kastanie" - wie sollte es anders sein - per Post. "Ich habe einen Brief an die Kastanie geschrieben und den Baum auch besucht", sagt die elfjährige Schülerin. Was als Briefwechsel begann, wurde dann schnell zu einer echten Freundschaft. "Leni ist inzwischen gut mit meiner Frau Sabine befreundet. Sie wird in den nächsten Wochen auch in ihrer neuen Rolle von ihr eingearbeitet", sagt Baumgeistsekretär Andras Vogt. Das Leni nicht aus Himmelgeist oder dem Düsseldorfer Süden, sondern aus Angermund stammt, stört indes niemanden, denn sie sei die perfekte Besetzung für die Rolle des Baumgeistes.

Die Elfjährige möchte sich als Baumgeist vor allem für die Umwelt, aber auch für Kinder einsetzen. "Ich war früher selber sehr oft krank und wurde unterstützt. Als Baumgeist möchte ich den Kindern etwas zurückgeben", sagt sie. Den ersten großen Auftritt in ihrer Rolle hat Leni Claßen dann am 11. Juni. Dort wird sie bei Kaffee und Kuchen unter der Kastanie offiziell als der neue Baumgeist vorgestellt.

Auch die Gewinner des Namenswettbewerbs erhalten dort ihre Preise. Um einen Namen für den Baumgeist zu finden, hatte der Freundeskreis im Frühjahr einen Namens-Wettbewerb gestartet. 42 Vorschläge wurden eingesandt, von denen sich Erona schließlich knapp durchsetzen konnte. Entschieden hat das eine Jury, der unter anderem Jacques Tilly, die Leiterin des Gartenamtes, Doris Törkel, Schriftsteller Jörg Marenski und Christoph Schlayer von der Provinzial Versicherung angehörten. Die Versicherung war es auch, die die Preise für die Gewinner des Namenswettbewerbes gestiftet hat und den Freundeskreis weiterhin unterstützen will.

Dass es mit der in Himmelgeist liebgewonnenen Tradition des Baumgeistes überhaupt weiterging, war maßgeblich auf das Engagement von Vogt zurückzuführen. "Wir haben nach dem Stutzen der alten Kastanie überlegt, wie es weitergehen soll und uns schließlich für den Namens-Wettbewerb und einen neuen Baumgeist entschieden", sagt Vogt. Unterstützung erhielten er und der Freundeskreis auch aus Reihen der Bürger, die immer wieder gefragt hätten, wann und wie es weitergehe. Mit der jetzigen Lösung ist Andreas Vogt daher mehr als zufrieden. "Ich glaube Leni wird eine gute Repräsentantin der Kastanie - und vielleicht auch von Himmelgeist", sagt er.

Was ihn besonders freue, sei die Tatsache, dass Leni und die junge Kastanie etwa im selben Alter seien und somit zusammen großwerden könnten. Dabei schwingt aber auch immer die Sorge mit, dass dem Baum das selbe Schicksal ereilen könnte, wie der alten Kastanie. Denn die wurde von der sogenannten Miniermotte befallen, was schließlich zum Absterben des Baumes führte. Übrig geblieben ist jetzt nur noch ein etwa 3,5 Meter großer, aus dem Stamm der einst prächtigen Kastanie geschnitzter Baumgeist.

Quelle: RP
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