| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Klinik hilft Schmerzgeplagten

Düsseldorf. Das St.-Vinzenz-Krankenhaus lädt für Samstag zu einem Aktionstag ein. Von Regina Goldlücke

"Hätte ich gewusst, dass es so etwas gibt, wäre ich eher zu Ihnen gekommen": Diesen Stoßseufzer hört Susanne Stehr-Zirngibl häufig. Die Chefärztin des Zentrums für Schmerzmedizin am St. Vinzenz-Krankenhaus weiß um die jahrelangen Qualen ihrer Patienten. "Wir könnten sie besser behandeln, solange ihre Schmerzen noch nicht chronisch sind, also in den ersten drei bis sechs Monaten", sagt sie. Ein Grund mehr, mit dem Aktionstag "Aktiv gegen den Schmerz" Aufklärung und Strategien anzubieten (Samstag, 10 bis 14 Uhr). 23 Millionen Deutsche klagen über chronische Schmerzen. Rückenschmerzen führen die Statistik an, gefolgt von Migräne und Kopfschmerz. Viele Betroffene versuchen durch Tabletten Abhilfe zu schaffen und geraten in einen Teufelskreis. "Sie werden medikamentenabhängig und verstärken damit ihre Beschwerden noch", sagt Susanne Stehr-Zirngibl. Die Chefärztin unterscheidet zwei Typen vom Schmerzpatienten: "Die Vermeider sagen, mir tut alles weh, ich rühre mich nicht mehr. Die Durchhalter dagegen ignorieren. Beides führt nicht zum Ziel." Sie setzt bei der Behandlung auch auf das Prinzip der Psychoedukation: "Die Patienten sollten im Idealfall von selbst dahinterkommen, was ihren Schmerz auslöst und verstärkt. Entscheidend ist, wie sie damit umgehen. Schmerzfrei zu sein, muss nicht unbedingt das dringlichste Ziel sein."

Das Konzept des Diagnose- und Therapie-Zentrums am St.Vinzenz-Krankenhaus ist einzigartig. Dort stehen eine Tagesklinik mit 24 Plätzen, fünf stationäre Betten, eine Ambulanz und eine psychotherapeutische Praxis zur Verfügung. Beate Döring (54) wird derzeit über drei Wochen in der Tagesklinik betreut. "Das war mein großes Glück", sagt die EDV-Referentin. Auch sie berichtet von einer langen Leidensgeschichte: "Kopfschmerzen kannte ich schon als Kind, mit der Zeit wurden sie schlimmer. Ein gesellschaftlich verpöntes Leiden. Konnte ich nicht arbeiten, verschwieg ich den wahren Grund. Ich wollte nicht akzeptieren, dass ich krank war." Als ihr Mann vor zwei Jahren plötzlich starb, nahmen die Attacken zu. Die Tabletten auch. Beate Döring irrte vergeblich von Arzt zu Arzt. Nach einer stationären Traumatherapie kam sie in die Tagesklinik und spürt bereits eine deutliche Verbesserung ihrer Kopfschmerzen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Klinik hilft Schmerzgeplagten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.