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Bauprojekte in Düsseldorf
Kö-Bogen: Jetzt kommt die Fassade

Animationen zum Kö-Bogen
Animationen zum Kö-Bogen FOTO: die developer / Cadman
Düsseldorf. Kurz vor dem Richtfest mit dem Star-Architekten Daniel Libeskind werden am Rohbau auf dem Jan-Wellem-Platz die ersten Fassadenteile montiert. Sie bestehen aus Glas und hellem Stein. Der Naturstein stammt aus demselben Steinbruch wie der für die Kolonnaden am Petersplatz in Rom. Von Denisa Richters

Nur sehr aufmerksamen Beobachtern der Bauarbeiten zum Kö-Bogen ist der Lkw mit der spektakulären Ladung am Montagmorgen aufgefallen: Er lieferte die ersten Stücke für die Fassade der Libes–kind-Bauten. Gestern fuhr der zweite Lkw vor, parallel begann die Montage an dem Rohbau. Die ersten Teile der Glas-Stein-Fassade werden am westlichen, der Kö zugewandten Gebäude angebracht – und zwar am Durchgang zwischen den beiden Häusern vom Schadowplatz zum Hofgarten.

Damit ist die Dramaturgie der Bauwerke, die im ersten Bauabschnitt des Projekts Kö-Bogen auf dem Jan-Wellem-Platz entstehen, perfekt terminiert: Am kommenden Freitag wird Richtfest mit 800 geladenen Gästen gefeiert. Mit dabei ist auch der amerikanische Star-Architekt Daniel Libeskind, nach dessen Entwürfen die beiden Gebäude entstehen. "Das ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung", sagt Stefan Mühling, Chef des Projektentwicklers "Die Developer".

Jede halbe Stunde ein Element

Der Festakt ist genau an der Stelle geplant, wo Thomas Richter und seine Kollegen der Firma Lindner aus Arnsdorf die ersten Fassadenteile montieren. Das allererste ist 2,70 Meter breit und 5,60 Meter hoch. "Das muss perfekt sitzen und braucht deshalb etwas mehr Zeit als die anderen", sagt Richter. Für jedes weitere Element rechnet er mit einer Montagedauer von 30 bis 60 Minuten. 15 bis 20 Teile seien am Tag avisiert. Bis zum Richtfest soll ein beträchtlicher Teil auf dieser Seite des Durchgangs fertig sein. Bis Ende des Jahres soll die Fassade zum Schadowplatz, bis Februar 2013 auch der Rest fertig sein. Insgesamt besteht die Fassade der beiden Gebäude aus etwa 2000 Einzelelementen.Manche sind schmal (1,35 Meter), andere breit (2,70 Meter), einige sind höher, andere weniger hoch. Manche sind gerade, manche geknickt oder haben die Form einer Kurve. Stets bestehen sie aus Glas und Naturstein, aber in unterschiedlichem Verhältnis. Es gibt Elemente, die bestehen auf fast fünf Metern aus Glas und haben nur ein schmales Band aus Stein. Bei anderen überwiegt der Anteil des Steins. Diese Komposition wird der Fassade auf jeder Seite der beiden Gebäude eine andere Optik geben und den Eindruck erwecken, als sei sie in Bewegung.  Zum Schadow- und zum Gustaf-Gründgens-Platz ist die Fassade geschwungen und betont die Horizontale, zum Hofgarten und zur Königsallee steht die Vertikale im Zentrum, durchbrochen von diagonalen Einschnitten, die bepflanzt werden. Jeder Elementtyp soll später die dahinter liegende Nutzung widerspiegeln.

Der Naturstein ist römischer Travertin und stammt aus demselben Steinbruch in Tivoli wie die Steine, aus denen Bernini die Kolonnaden am Petersplatz in Rom errichtet hat. Mühling war selbst dort: "Aus dem massiven Stein werden die Mauern herausgeschnitten." Der Stein ist horizontal und besteht aus verschiedenen Schichten – außen grob, nach innen immer feiner. Und genau dieses Filetstück wird für die Libeskind-Fassade verwendet. Bei dem Fassadenbauer Lindner war der Star-Architekt selbst vor Ort, um das Passende auszuwählen. "Am Haus sieht es aber noch viel besser aus als am Muster", sagt Mühling sichtlich stolz, nachdem das erste Element sitzt. Heute werden weitere folgen.

(RP/top/ila)
 
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