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Düsseldorf
Kö-Bogen-Tunnel sorgen für Engpässe

Düsseldorf: Kö-Bogen-Tunnel sorgen für Engpässe
Auf der Kaiserstraße ist vor der Kreuzung mit der Maximilian-Weyhe-Allee (Theatermuseum) eine Fahrspur gesperrt - ohne dass dort gearbeitet wird. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die in der Düsseldorfer Innenstadt gebauten unterirdischen Verbindungen für den Autoverkehr sind zwar seit Herbst 2015 allesamt in Betrieb, aber noch nicht ganz fertig. Immer wieder wird gesperrt - und mit Absicht wurde ein Nadelöhr geschaffen. Von Denisa Richters

Mancher Autofahrer steht verärgert im Stau auf der Kaiserstraße und wundert sich, warum sich auf der mit rot-weißen Baken gesperrten Fahrspur in Richtung Johanneskirche so gar nichts tut. Die Erklärung ist ebenso einfach wie verblüffend: Dort wird gar nicht gearbeitet.

Der Engpass ist von den städtischen Verantwortlichen vielmehr gewollt: Weil nämlich jenseits der Kreuzung mit der Maximilian-Weyhe-Allee nicht alle drei Fahrbahnen in den Kö-Bogen-Tunnel zur Verfügung stehen, sollen sich die Autofahrer bereits weit vorher auf das Nadelöhr einstellen. "Sonst haben wir Stau in der Kreuzung", erklärt Holger Odenthal vom Amt für Verkehrsmanagement. Den Rückstau auf der Kaiserstraße nimmt man dafür in Kauf. Den verursachen die Rechtsabbieger in die Weyhe-Allee, die warten müssen, bis alle Fußgänger und Radfahrer die Straße gequert haben.

Nordwest-Tunnel des Kö-Bogens eröffnet FOTO: Elena Wagner

Der Grund für das alles ist, dass die Autotunnel, die bei dem Großprojekt Kö-Bogen in diesem Bereich der Innenstadt gebaut worden sind, zwar seit November vergangenen Jahres allesamt in Betrieb sind, aber nur zum Teil zur Verfügung stehen. Das gilt vor allem für den zuletzt eröffneten Tunnel, der jenseits der Maximilian-Weyhe-Allee auf Höhe des Theatermuseums beginnt und Richtung Westen zur Heinrich-Heine-Allee, Richtung Süden zur Johanneskirche und Richtung Süd-Osten zur Immermannstraße führt.

"Wir haben ihn frühzeitig eröffnet, um oberirdisch die Straßenbahnen anpassen und die Fläche umgestalten zu können", sagt Odenthal. Ganz fertig ist das Bauwerk aber noch nicht: Die Durchfahrt nach Westen war noch provisorisch und wird jetzt in der endgültigen Führung fertiggestellt. Außerdem mussten im gesamten Bereich technische Arbeiten für Schallschutz, Beleuchtungen und Markierungen vorgenommen oder Kabel verlegt werden. Deshalb muss der Tunnel auch immer wieder in Teilen oder komplett gesperrt werden.

So sieht der neue Kö-Bogen-Tunnel (Nord-Süd) aus FOTO: Endermann, Andreas

Das wird laut Odenthal noch bis Oktober dieses Jahres so bleiben. So lange gilt auf dieser unterirdischen Strecke auch noch ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde. Erst wenn alle Arbeiten beendet sind, werden mit der kompletten Inbetriebnahme wie in den anderen Tunnelstücken 50 km/h erlaubt sein. Das hatte auch Verkehrsdezernent Stephan Keller bei der Eröffnung im November 2015 betont.

Ähnlich hatten es die Verantwortlichen bei der Stadt bei den anderen Tunneleröffnungen gehandhabt: Im Herbst 2013 war im ersten Bauabschnitt des Kö-Bogens der Tunnel von der Berliner Allee in Richtung Heinrich-Heine-Allee (Nord-West) eröffnet worden. Im Mai 2014 folgten die Trasse von Berliner Allee in Richtung Kaiserstraße (Süd-Nord) sowie das Provisorium von Kaiserstraße in Richtung Heine-Allee. Der im Herbst 2015 in Teilbetrieb gegangene Nord-Süd-Tunnel ist im zweiten Teil des Projekts Kö-Bogen entstanden und ersetzt die denkmalgeschützte Hochstraße "Tausendfüßler", die Anfang 2013 nach Protesten und einem Ministerentscheid abgerissen worden war. Die Tiefgarage unter dem Gustaf-Gründgens-Platz, die abgerissen und neu gebaut werden soll, wird ebenfalls an den neuen Tunnel angeschlossen.

Der Bau der ersten drei Tunnel kostete die Stadt insgesamt 196 Millionen Euro, der Bau des Tunnels, der den Tausendfüßler ersetzt, weitere rund 135 Millionen Euro. Hinzu kommt die Neugestaltung der Oberfläche, für die laut Ratsbeschluss etwa 40 Millionen Euro eingeplant sind.

Quelle: RP
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