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Neuer Showroom in Düsseldorf
Kö-Juwelier verzichtet auf Schaufenster

Neuer Showroom in Düsseldorf: Kö-Juwelier verzichtet auf Schaufenster
Johanna Baumgartner von der Firma Baunat mit einer Auswahl an Schmuck an der Königsallee FOTO: Andreas bretz
Düsseldorf. Die Firma Baunat handelt mit Diamantschmuck, der in der Regel im Internet gestaltet und erst nachher geliefert wird. Wer den Schmuck selbst anfassen will, kann nun einen Showroom an der Königsallee aufsuchen. Von Hans Onkelbach

Zum Bummel über die Kö gehört der Blick in die Auslagen der Juweliere. Staunend drückt man sich die Nase platt, nicht nur angesichts der Preise. Nun hat sich der Kreis der Händler von feinem Geschmeide erweitert. Aber dieser Neuling hat kein Schaufenster. Jedenfalls keins, an dem man stehenbleiben und gucken kann - Baunat, Diamantenhändler aus Antwerpen, sagt von sich, die erste "digital native" Diamantenschmuckmarke zu sein. Gemeint ist: Man ist vor allem online am Markt. Wer mag, kann im Netz aussuchen, gestalten, bestellen, bezahlen sowieso, und bekommt sieben Tage später das gute Stück geliefert. Bei aufwendigeren Sachen dauert es zwei Wochen.

Baunat wurde 2008 von Stefaan Mouradian und Steven Boelens gegründet. Die beiden waren da schon lange Teil der legendären Diamantenhändler-Gilde im belgischen Antwerpen. Sie erkannten, dass eine neue Generation von betuchten Kunden heranwächst. Smart Buyers genannt - Frauen und Männer unter 40, gut verdienend und vertraut mit den virtuellen Dingen des Lebens. Diese Kunden legen keinen Wert darauf, ihr Geld zu Händlern mit weltberühmten Namen zu tragen, dafür aber auf ein zufriedenstellendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Firmengründer: "Diese Käufergruppe ist nicht bereit, Geld für immaterielle Aspekte auszugeben, die sich nicht in den Produkten widerspiegeln. Sie ist sehr gut informiert und erwartet maximale Qualität zu möglichst niedrigen Preisen." Diesen Anspruch wollen die beiden Fachleute erfüllen. Sie werben damit, direkt in Asien Steine zu kaufen und ohne Umwege über Groß- und Zwischenhändler selbst zu verarbeiten und zu liefern. Aber erst dann, wenn der Kunde ausgesucht, bestellt und bezahlt hat. Weil es Kosten spart.

Ausgesucht wird entweder auf den Internetseiten oder, wenn man mag, in den Showrooms. In Düsseldorf liegt diese Adresse in den oberen Etagen an der Kö 14 - ein professionell geführtes (und gesichertes) Bürogebäude, wo der Kunde sich Demo-Stücke (deren Steine nicht echt sind!) anschauen und die passenden Edelsteine dazu aussuchen kann. Die Adresse Königsallee war den Belgiern wichtig, weil sie erkannt haben, dass auch ihr Klientel - wenn es denn haptisch den Schmuck begreifen will - Wert auf einen renommierten Straßennamen legt.

Weil die so schön glitzernden Steinchen nicht nur "girl's best friends" sind, sondern auch beständige Wertanlage, spricht man Investoren an. Motto: Sie haben Aktien oder Immobilien und noch restliches Vermögen, das Sie anlegen wollen? Wie wäre es mit Diamanten? Ein Blick auf deren Wertentwicklung mag Anleger ins Grübeln bringen. Zumal sie, so Baunat, im Gegensatz zu Immobilien einen großen Vorteil haben: Es gibt keine Instandhaltungskosten!

Baunat exportiert heute mehr als 85 Prozent seiner Produkte in mehr als 50 Länder weltweit. Fast 70 Prozent der Verkäufe werden über die Onlineboutiquen abgewickelt. 30 Prozent des Umsatzes werden in den Showrooms in Antwerpen, Amsterdam, Genf, Zürich, Paris, Nizza, Hongkong, Mumbai und ab sofort auch in Düsseldorf generiert.

Quelle: RP
 
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