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Düsseldorf
Kö-Kunst mit Juwelen

Düsseldorf: Kö-Kunst mit Juwelen
Freundinnen, die sich bei ihrer Arbeit inspirieren: die Künstlerin Coco Gertz (l.) und die Schmuckdesignerin Gabriela Uphaus. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Von Dada inspiriert hat Coco Gertz eine Collagen-Serie geschaffen. Im Mittelpunkt: Schmuckstücke der Designerin Gabriela Uphaus. Von Ute Rasch

Hat man so was schon gesehen? Ringe tanzen, Ohrclips hüpfen, Goldfische fliegen im Himmel über den Rhein, und eine Giraffe, was macht die? Sie himmelt einen Edelstein an. Das kommt dabei heraus, wenn sich die Künstlerin Coco Gertz gleich doppelt inspirieren lässt. Einerseits von der Dada-Bewegung, die in diesem Jahr verrückte 100 Jahre alt wurde und sich stets weigerte, die Dinge auf vorhersehbare Weise ernst zu nehmen. Andererseits von einer begabten Freundin, der Düsseldorfer Schmuck-Designerin Gabriela Uphaus. Das Ergebnis: eine Collagen-Serie mit Juwelen in Champagnerlaune mit Bezug zu Düsseldorf.

Oft sieht man ihn erst auf den zweiten Blick: den Schmuck. Wobei der eigentlich ja unübersehbar ist, denn Gabriela Uphaus, seit elf Jahren mit eigener Werkstatt und ihrem Geschäft "Gibriel" an der Kö, mag es üppig. Ihre Unikate sind von beeindruckendem Format: "Ich liebe große, edle Steine in schönen Farben." Coco Gertz teilt diese Vorliebe, so lernten sie sich vor über 20 Jahren kennen und begleiten sich seither bei ihrer Arbeit. Zwei Frauen, die sich gegenseitig inspirieren und experimentieren.

Eine von 19 Collagen, in denen Coco Gertz mit Schmuck von Gabriela Uphaus Bezug nimmt zur Dada-Bewegung. FOTO: Coco Gertz

Das Ergebnis sind nun 19 witzige Collagen, mit denen Coco Gertz Dada auf ihre Weise noch mal interpretiert. Da stolzieren perfekt geformte Frauenbeine durch Düsseldorf, posieren vor dem Alten Hafen am Rhein unter einem düsteren Gewitterhimmel, den Körper ersetzt ein knallroter Lippenstift, der Rock ist ein Wickelring aus Gold (Spezialität von Gabriela Uphaus) mit einem grünen Turmalin. Eine zarte Hand schmückt gerade einen langen Straußenhals mit einem Jade-Ohrring.

Auf anderen Motiven sind die Pegeluhr an der Rheinpromenade, die Kniebrücke und das historische Innenleben von Schloss Benrath Hintergrund für die glitzernden Stücke, die auf allen Postkarten mit einer Glanzschicht überzogen wurden, zum Ertasten schön. Wie die Collagen genau entstanden sind, wird nicht verraten. "Das ist mein Geheimnis", so die Künstlerin.

Coco Gertz, studierte Modedesignerin mit Lehrauftrag in Peking, stellt ihre Fotografien, Video-Installationen und Collagen regelmäßig aus. Zum Thema "Weibliche Tracht" wird sie im Dezember auch wieder am Fotofestival in der chinesischen Provinz Yunnan teilnehmen. Gabriela Uphaus studierte an der Fachhochschule bei Friedrich Becker, dem international renommierten Goldschmied und Professor für Design, seit 1985 arbeitet sie im eigenen Atelier.

In den vergangenen Jahren erweiterte sie ihren Radius, mittlerweile hat sie eine Dependance im marokkanischen Marrakesch eröffnet, dort lebt und arbeitet sie einige Monate des Jahres. So lässt sich denn auch die Collage mit der Giraffe erklären, vor deren Hals ein roter Bernstein baumelt. Oder die mit der Wüstenlandschaft: Eine Palme ragt aus einem Ring, dessen dominanter Kern aus einem großen Smaragd besteht, daneben tanzt das Gegenstück aus purem Gold über Ringelstrümpfen, und auf dem Ring-Rand sitzt ein Papagei. So treibt Dada noch mal seinen Schabernack - auf Sand gebaut.

Quelle: RP
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