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Polizei fahndet mit Fotos
Kö: Wächter gegen Pelzdiebe

Polizei fahndet mit Fotos: Kö: Wächter gegen Pelzdiebe
Die Polizei hat noch keine heiße Spur. FOTO: rpo (Maike Schulte)
Düsseldorf. Die bei Kö-Juwelier Hornemann gestohlenen Ringe sind rund 500.000 Euro wert, die Täter in der Branche bekannt. Polizei fahndet mit Fotos der Überwachungskameras. Wie die Prachtmeile sich vor Gangstern zu schützen versucht. Von Hans Onkelbach

Die Kö hat aufgerüstet, und das ist nicht zu übersehen: Alle Juweliere und die meisten der edlen Modegeschäfte leisten sich dunkel gekleidete Wachmänner, die finsteren Blicks die Läden im Auge behalten. Dass sie nicht unbedingt helfen, hat man Mittwochnachmittag gesehen: Da wurden beim Kö-Juwelier Hornemann zwei Ringe aus dem Schaufenster gestohlen. Eine halbe Million Euro waren die Juwelen wert, hieß es gestern.

Eine Spur der offenbar professionell arbeitenden Bande, die bei Hornemann zuschlug, gibt es nicht. Aber es gibt Fotos guter Qualität, aufgenommen von der Überwachungskamera im Geschäft (s. unten). Offenbar ist die Bande in der Branche auch außerhalb Deutschlands bekannt, wie die Polizei erklärte. Ihre Fotos und die Beschreibung ihrer Masche wurden sofort vom Juwelierwarndienst (s. Infokasten) aufgenommen.

Diebstähle auf der Kö treffen aber längst nicht mehr nur die Schmuckhändler, sondern auch die teuren Modegeschäfte: Gucci, Prada, Louis Vuitton, Bogner, Tods, Hermes, Bogner - sie alle wurden bereits bestohlen. Der Geschäftsführer einer Boutique diesen Kalibers spricht von sechs bis zehn Diebstählen pro Jahr. Stets seien es gut organisierte Banden, meist aus dem Osten, die mit präzise vorbereitetem Plan und eindeutiger Rollenverteilung in den Läden auftauchen. Sie lenken das Personal ab, einer verdeckt mit seinem Körper das Blickfeld der Kamera, einer behindert gezielt Verkäuferinnen, die eingreifen wollen, weil die Warensicherungstechnik plötzlich piept. Gestohlen werden teure Sakkos, Lederjacken, Handtaschen und Stiefel. Einer der Händler berichtete gestern, er habe inzwischen einen eigenen Wachmann für seine Pelze. Die seien natürlich angekettet, aber trotzdem stehe der Wächter direkt am Regal und passe auf.

Die so genannten Blitzeinbrüche hat es allerdings auf der Kö nicht mehr gegeben, seitdem die Stadt vor zwei Jahren 30 mit Beton gefüllte Poller aufstellen ließ. Sie verhindern, dass man mit einem Auto auf den Bürgersteig fährt und Schaufenster rammt, um sie zu plündern.

Quelle: RP
 
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