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Düsseldorf
König holt sich Tipps von der Vorgängerin

Düsseldorf. Früher, weiß Lutz Hullermann, war der König von den Steuern befreit. Im Mittelalter. Doch seitdem hat sich einiges geändert für Regenten von Schützenvereinen. Lutz Hullermann wird diese Erfahrung jetzt machen, er hat in Hubbelrath den Titel von seiner Vorgängerin Melanie Winkelhane übernommen. In der zweiten Runde schoss der 57-jährige Hullermann am Samstagabend den Ring ab und erfüllte sich auf diese Weise einen langgehegten Wunsch. Nach seiner Inthronisierung am Dienstag wird er für ein Jahr Schützenkönig von Hubbelrath sein.

Bereitet man sich darauf vor? Hullermann ist seit 1999 Mitglied bei der St. Sebastianer Schützenbruderschaft Hubbelrath. "Wenn man in einen Schützenverein eintritt, will man schon irgendwann mal König werden", erzählte Hullermann am Rande der Feierlichkeiten. "Aber da das ja sehr zeitintensiv ist, muss alles zusammenpassen." Die beiden Kinder müssten am besten schon etwas älter sein, und auch sonst sollten die Umstände entsprechen. In diesem Jahr hat all das für den Berufsoffizier Lutz Hullermann gepasst.

Seine Frau Bärbel, die sich ab Dienstag dann Königin nennen darf, und ihn erwartet nun eine ganze Flut von Verpflichtungen und Terminen. Geburtstage, andere Feiern und Veranstaltungen, Beerdigungen - überall wird König Hullermann erwartet werden. "Der König ist der Repräsentant der Schützen nach Außen", sagte Hullermann, der als Königsadjutant 2000 schon einmal schnuppern konnte, was ihn nun erwartet.

Mit seiner Vorgängerin Melanie Winkelhane, die offiziell noch in Hubbelrath regiert, steht Hullermann in engem Kontakt. "Sie gibt mir auf alle Fälle Tipps", berichtete Hullermann. Zu den Abläufen und Gepflogenheiten, etwa. Falls er nicht weiter wisse, frage er Melanie. In der Bruderschaft duzten sich ja alle. Diese ist im letzten Jahr ins Amt gewissermaßen hineingerutscht und war mit 30 Jahren plötzlich Königin. Hullermann hat ihr da ein bisschen Erfahrung voraus.

Bereits am Sonntag ging es mit den Verpflichtungen los. Um halb Sieben kam der Spielmannszug zum Weckruf - Schmalzbrote und Kaffee mussten da natürlich vorbereitet sein. Um neun ging es in die Kirche, danach folgte die Prozession durch das Dorf. Ein Vorgeschmack auf das kommende Jahr des Lutz Hullermann.

(her)
 
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