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Düsseldorf
Komödie lässt Flüchtlinge zu Wort kommen

Düsseldorf. Matinee mit der Lesung "Die geflohene Kindheit". Von Beate Werthschulte

John Lennons "Imagine", zu Beginn und zum Schluss von Sopranistin Ina Siedlaczek gesungen, umrahmte die Lesung "Die geflohene Kindheit", zu der die Komödie an der Steinstraße am Vormittag des ersten Adventssonntags eingeladen hatte. "Wir möchten Flüchtlingskindern einen Rahmen geben, sich zu artikulieren. Wir haben ihnen ein Gesicht und eine Stimme gegeben und ihre Erlebnisse in Bezug zu unserer deutschen Geschichte gesetzt, die ja voll von dem Thema Flucht ist", erklärte die Chefin der Komödie, Katrin Schindler.

Sie hat das Konzept mit Schauspieler und Regisseur Martin Armknecht erarbeitet. Die Komödie möchte mit diesem Projekt ein Statement zur Unterstützung von Flüchtlingen abgeben. Als Schirmherrin konnte Vera Geisel gewonnen werden, die in ihrer Begrüßungsansprache unterstrich, wie wichtig es ist, den Flüchtlingen bei uns Schutz und Sicherheit zu geben.

Und so erzählten sechs junge Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan und Guinea und sechs Jugendliche aus Deutschland ergreifende Flucht- und Flüchtlingsgeschichten von damals und heute. Das Publikum hörte gebannt zu, obwohl zwei Jugendliche ihre Fluchterlebnisse in Französisch vortrugen. Die Geschichten hatten viel gemeinsam. Kinder und Jugendliche aus jüdischen Familien, die im Zweiten Weltkrieg vor den Nazis fliehen mussten, haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht und die gleichen Ängste erlebt wie junge Menschen, die heute vor Krieg und Terror bei uns Zuflucht suchen.

Unterstützt wurden die Jugendlichen durch die Theaterpädagogin Tracy Lord von der Düsseldorfer Schauspielschule Nepumuck, die ihnen die ersten Grundübungen des Schauspielens beigebracht hat. "Bereits nach den ersten beiden Proben sind Freundschaften entstanden, von denen sicher alle profitieren werden", berichtet Katja Henkel, Inhaberin der Schauspielschule, im Anschluss an die Veranstaltung.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge in Düsseldorf, das sich um traumatisierte Flüchtlinge kümmert. Dorthin fließen auch die Einnahmen aus der Veranstaltung. Eine sehr emotionale Vorstellung, der man ein volles Haus gewünscht hätte.

Quelle: RP
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