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Düsseldorf
Kraftwerk will mit Architektur punkten

Düsseldorf: Kraftwerk will mit Architektur punkten
Ein Fenster zur Stadt soll das neue Kraftwerk sein. Das Hauptgebäude mit der etwa 16 Meter hohen Glasfront in den oberen Etagen umhüllt den Schornstein des neuen Blocks mit der Gas- und Dampfturbine. FOTO: Stadtwerke
Düsseldorf. Das riesige Industriegebäude soll ein weiterer Blickpunkt der Stadtsilhouette sein und Ausblicke auf Düsseldorf geben. Von Michael Brockerhoff

Kraftwerke und Zechen im Rhein-Ruhr-Gebiet bestechen durch eine außergewöhnliche Architektur. In dieser Tradition sieht Architekt Gerhard Wittfeld den Neubau des Gaskraftwerks auf der Lausward und will dem neuen, riesigen Gebäude ein eigenes, unverwechselbares Gesicht geben, das zur modernen Technik passt. Mit seinem Entwurf, den knapp 50 Meter hohen Schornstein mit einem Glashaus mit Besucherzentrum einzuhüllen und den Turbinenhallen durch eine Abfolge von Stahlrahmen und Glasfugen einen abwechslungsreichen Rhythmus zu geben, gewann er bei einem Gestaltungswettbewerb der Stadtwerke und der Stadt Düsseldorf den ersten Preis.

Das neue Kraftwerk wird mit seiner besonderen Form europaweit Aufsehen erregen, ist der Düsseldorfer Planungsdezernent Gregor Bonin überzeugt. Denn seine schön gegliederte Fassade mit ihrem transparenten Charakter wirke gut in der Silhouette von Düsseldorf – sowohl am Tag mit der zurückhaltend eleganten Form als auch in der Nacht durch die Illumination, sagte er bei der Vorstellung des Entwurfs.

"Transparenz des Unternehmens und moderne Energieversorgung sind eine Botschaft der Stadtwerke an ihre Kunden – auch durch die Architektur des Kraftwerks", sagte Stadtwerke-Vorstand Rainer Pennekamp. Deshalb werde in dem Glashaus ein Zentrum eingerichtet, in dem Besucher sich über die Erzeugung von Strom und Fernwärme informieren könnten. Gleichzeitig sei das Hauptgebäude des Kraftwerks auch ein Fenster nach Düsseldorf.

"Wegen seiner hocheffizienten Energienutzung ist das Kraftwerk zurzeit weltweit das modernste und daher wichtig für Düsseldorf und seine Klimapolitik. Es wird sicherlich 50 Jahre lang das Bild der Stadt mitbestimmen", sagte Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Udo Brockmeier. Es sei folgerichtig, dass ein hochmodernes Kraftwerk auch eine anspruchsvolle Architektur habe. "Es soll eine Landmarke setzen, die auch das Stadtbild bereichert", sagte Brockmeier. Deshalb investierten die Stadtwerke auch mehr als die sechs Millionen Euro, die für eine Kraftwerksgestaltung von der Stange veranschlagt worden seien.

Die Hülle des neuen Kraftwerks aus fünf bis sechs Meter breiten Stahlrahmen, die durch etwa zwei Meter breite Glasfugen getrennt sind, wird den technischen Gebäuden nicht einfach übergestülpt, "sondern ist mit der Herstellerfirma Siemens abgesprochen", erklärte Wittfeld. Breite und Abstand richteten sich nach der inneren Raumabfolge des Kraftwerks. Durch die unterschiedlichen Abstände wirke die Fassade abwechslungsreich und sei gleichzeitig funktional. Die Betonung der Vertikale des neuen Kraftwerks stehe im Kontrast der horizontalen Linien des bestehenden Kraftwerks, das neben dem neuen noch weiter in Betrieb bleiben wird.

(RP/ila/top)
 
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