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Düsseldorf
Kronzeuge sagt zu Metall-Diebstahl aus

Düsseldorf. Nach einer Großrazzia Anfang 2013 gegen eine Metall-Diebesbande auf dem Gelände von Schaustellern in Rath hat gestern beim Landgericht der Prozess gegen den Kronzeugen begonnen. Der 49-Jährige war laut Geständnis 2012 wochenlang selbst an Diebstählen beteiligt, doch als er sich von der Bande lösen wollte, sei er ausgelacht und bedroht worden. Nur deshalb sei er zur Polizei gegangen - und habe als Banden-Insider alles offenbart. Mit rund 300 Polizisten, dem Sondereinsatzkommando und gepanzerten Spezialfahrzeugen war das Diebesnest an der Oberhausener Straße damals ausgehoben, tonnenweise erbeuteter Schrott war beschlagnahmt worden. Der Prozess gegen den Tippgeber könnte nun kurzfristig zu Ende gehen.

Auf maximal zwei Jahre Haft mit Bewährung haben sich Richter, Staatsanwältin und Angeklagter gestern bei einem Geständnis geeinigt. Wobei alle 21 Anklagepunkte gegen den 49-Jährigen ohnehin auf seiner Aussage bei der Polizei basieren. Seine Angaben führten damals zur Einrichtung von zwei Ermittlungskommissionen (EK) unter dem Stichwort "Stahl", hatten damit den Stein gegen die Schaustellerfamilien in Rath erst ins Rollen gebracht. Gestern gab der Angeklagte preis, auf dem Platz an der Oberhausener Straße sei es "gang und gäbe gewesen, dass da jede Nacht losgezogen wird. Da sagte keiner Nein". Sonst habe der jugendliche Bandenboss verärgert reagiert. Zehn Wochen lang sei der 49-Jährige mit "losgezogen", sei an vielen Kabel- und anderen Diebstählen, zum Beispiel von Autoteilen, Waffeleisen und Lebkuchenherzen, beteiligt gewesen. Von den Beute-Erlösen habe er "immer was abgekriegt, je nach Laune" des Banden-Chefs. Als er sich aber geweigert habe, weiter zu machen, "nur meine Privatsachen" haben wollte, habe es Streit mit den Ex-Komplizen gegeben.

Die erwachsenen Tatverdächtigen wurden anhand der Aussagen des Kronzeugen inzwischen zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Gegen jugendliche Verdächtige, darunter den angeblichen Banden-Chef, liegt seit Jahren die Anklage dem Landgericht vor, doch wegen vorrangiger Haft-Sachen gibt es bisher keinen Prozesstermin. Ein Urteil gegen den Kronzeugen, der nun in einem Schutzprogramm betreut wird, soll in der nächsten Woche folgen.

(wuk)
 
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