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Gastro-Tipp
Abwechslungsreich:Spieße und Tapas

Düsseldorf. Neben den zahlreichen Italienern in Oberkassel hat endlich im Belsenpark ein Spanier mit besonderen Spezialitäten eröffnet: "Chuzo". Von Birgit Wanninger

Kaum betritt der Besucher das Restaurant am Belsenpark in Oberkassel, da steht er auch schon vor der gläsernen Küche. Ein wahrer Blickfang, der sofort Appetit macht. Gleich mehrere Köche brutzeln am Herd und am Lavastein-Grill. Und sie grillen vor allem eins: Chuzos - das heißt übersetzt: Spieße - und so nennt sich auch das spanische Restaurant, das durch seine elegante Einrichtung im Bistro-Charakter auffällt.

Geschäftsführer Majid Shirazi hat an (fast) alles gedacht. Dabei hat er das Konzept seines gleichnamigen Restaurants in Dortmund übernommen. Nur konnte er in Oberkassel wesentlich individueller arbeiten, weil er diesmal nicht an Denkmalschutzauflagen gebunden war. Das Chuzo liegt an der Spitze des Belsenparks und ist von drei Seiten verglast. Rund 100 Plätze bietet das Lokal und ist dennoch, wenn es voll besetzt ist, überraschend leise. Das liegt an den Deckenplatten und den dicken Vorhängen, die großen Schallschutz bieten. Es gibt vorwiegend Zweiertische, die schnell zusammengerückt werden können. Doch die schönsten Plätze sind zweifelsohne die vor dem Kamin mit Gasfeuerstelle. Von dort hat der Gast alles im Blick: die große Bar und die Küche.

Ein unbedingtes Muss ist im Chuzo, einen (oder mehrere) der Spieße zu bestellen. Wahlweise gibt es die etwa Schaschlik langen Spieße vom Iberico-Schwein (8,50) als Filet, als Rinderfilet (12,90) oder vom Bison (12,90). Doch Chuzos gibt es nicht nur für Fleischliebhaber, sondern auch als Gemüsespieß (3,90), mit Meeresfrüchten (9,50), mit Oktopus oder was die Tageskarte hergibt - wie bei unserem Besuch die Riesengamba (11,50). Alle Spieße waren zart gegart, das galt auch für den schwierig zu grillenden Oktopus.

Kein Spanier ohne Tapas, und die kamen vor den Spießen. Die Auswahl ist groß, und es empfiehlt sich, die Tapas nicht als Platte (9,50) zu bestellen, die ein wenig gemüselastig ist. Wunderbar cremig und nicht vom Knoblauchgeschmack überladen: die selbst gemachte Aioli (0,90). Ob eingelegte Paprika (3,90) oder Feigen mit Blauschimmelkäse und Akazienhonig (6,90) - alle kalten Tapas werden sehr ansprechend serviert. Köstlich zart waren der gebackene Tintenfisch (4,50) mit nur wenig Panade und die frittierten Sardellen (4,50). Sie sind ein Muss für den Liebhaber spanischer Küche. Das gilt auch für die Piementos (5,90), kleine gebackene Paprika. Die Chorizo (spanische Wurst) in Rotwein (4,90) war beim Testessen allerdings ein wenig fad. Doch Nachwürzen ist kein Problem. An einer Säule gibt es den so genannten Zimmergarten. Dort kann sich der Gast an Gewürzen und Olivenölen selbst bedienen. Eine scharfe Gewürzmischung bringt auch der gut geschulte, freundliche Service. Allerdings enttäuschte der spanische Tomatensalat mit Brotchips (4,90), der zwar gut gewürzt war, die Chips entpuppten sich allerdings als kleine Weißbrotscheiben.

Kaum ein Lokal ohne Burger. Den gibt es mit einem 180-Gramm Patty vom US-Nebraska-Rind beim Spanier für 12,90 Euro, also einem reellen Preis-Leistungsverhältnis. Das gilt auch für die übrigen Fleischgerichte wie Rumpsteak oder Filet und erst recht für die Desserts, wie spanischer Flan (3,90) oder Crema Catalana (4,50) und Pastel de Nata, eine süße Blätterteigpastete gefüllt mit Puddingcreme (3,90).

Ein spanischer Abend mit spanischen Spezialitäten. Schade nur, dass es als Aperitif zwar eine große Auswahl an Sekt und Cocktails gibt - sogar Sangria (0,2 Liter für 4,90), aber leider keinen spanischen Cava.

Quelle: RP
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