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Düsseldorf
Ackermann: "Im Geldbeschaffen bin ich gut"

Düsseldorf. Die scheidende Direktorin der Kunstsammlung NRW hat sich in Dresden vorgestellt. Von Birgit Grimm

Der erste Eindruck ist oft entscheidend. Die Pressekonferenz, auf der sich Marion Ackermann gestern in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) vorstellte, war noch nicht richtig vorbei, da fragte ihr Pressesprecher flüsternd: "Und, wie kam sie rüber?" Antwort: "Zielstrebig, eloquent und sympathisch."

Noch leitet Ackermann die Kunstsammlung NRW, am 1. November wird sie ihr Amt als Generaldirektorin in Dresden antreten. Der Dresdner Findungskommission sagte sie nicht sofort zu. "Doch nach den ersten Gesprächen entwickelte sich Leidenschaft." Sachsen bot ihr einen Acht-Jahres-Vertrag an. Unter sieben Jahren mache sie es nicht, sagte sie. Ackermanns Vorgänger in Dresden, Hartwig Fischer, wechselte nach nicht mal vier Jahren ans Britische Museum in London.

Ackermann ist Expertin für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. In Dresden fragte man sich nun: Was reizt sie an einer mehr als 450 Jahre alten Einrichtung? "Von außen betrachtet sind die Staatlichen Kunstsammlungen mit ihren vierzehn Museen die einzige Einrichtung in Deutschland, die auch als Verbund forschender Museen funktioniert", sagt sie. Ackermann will dieses Potenzial "behüten, schützen, weitertreiben". "An Dresden reizt mich auch das Märchenhafte, Narrative. Wenn man ausschließlich Ausstellungen mit Gegenwartskunst macht, ist das eine gewisse Verengung. Die SKD bieten mir die Chance, einzutauchen in die unterschiedlichsten Sammlungen von der Ethnologie bis zur angewandten Kunst." In Düsseldorf pflegte sie im Schmela-Haus das Gespräch mit Künstlern und Publikum. In Dresden wünschen die Beobachter, dass sie dies fortsetzt. Als Generaldirektorin muss sie aber vor allem strukturelle Arbeit meistern, muss mit Politik und Sponsoren, auch mit Sammlern gut zusammenarbeiten. Ackermann legt größten Wert auf einen soliden Ankaufsetat. Lücken in der Klassischen Moderne müssten geschlossen und restituierte Kunstwerke zurückgekauft werden, sagte sie. Internationales will sie mit regionalen Traditionen verbinden. "Das Kunsthandwerk ist der rote Faden, der sich durch die Sammlungen zieht. Das muss man lebendig halten", sagt sie. "Im Geldbeschaffen bin ich gut." Ihr Presssprecher flüstert: "Das ist sie wirklich."

Quelle: RP
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