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Düsseldorf
Ádám Fischer dirigiert drei Mahler-Symphonien

Düsseldorf. Das Programm der städtischen Tonhallen-Konzerte in der kommenden Saison bringt ein Wiedersehen mit vielen bekannten Künstlern. Von Wolfram Goertz

Schöne Zahlen sind in diesen Zeiten Gold wert. Die Tonhalle produziert welche: Zu Beginn der Saison haben die städtischen Symphoniekonzerte knapp 1300 neue Abonnenten gefunden. Das entspricht einer realen Steigerung von 35 Prozent.

Ob das möglicherweise mit Ádám Fischer zu tun hat? Gut denkbar. Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben die Düsseldorfer Symphoniker in ihm einen Chefdirigenten von Weltrang, und die Ankündigung, dass er hier einen Mahler-Zyklus leiten wird, dürfte die Neugier angekurbelt haben. Ihr gibt er in der kommenden Spielzeit reichlich Nahrung: Er dirigiert die Symphonien eins, vier und fünf. Im Sonderkonzert erklingt unter seiner Leitung Beethovens Neunte. Gastdirigenten sind Mario Venzago, Sir Neville Marriner (mit Mozarts c-Moll-Messe), Eliahu Inbal (mit Bruckners Achter in der Urfassung), Aziz Shokhakimov und Axel Kober. Im Programm schält sich ein Wien-Schwerpunkt heraus; Opern-GMD Kober beispielsweise leitet eine Aufführung von Arnold Schönbergs "Pelleas und Melisande".

Eine räumliche Neuigkeit ist, dass die Kammerkonzerte der Tonhalle nicht mehr wie bisher im Robert-Schumann-Saal stattfinden, sondern im Mendelssohn-Saal der Tonhalle. Zu Gast sind Kammermusikensembles, die internationale Solisten zu unterschiedlichen Formationen vereinen: Der Geiger Leonidas Kavakos trifft beispielsweise auf die Pianistin Yuja Wang, Frank Peter Zimmermann (Violine) auf Antoine Tamestit (Viola) und Christian Poltéra (Violoncello) sowie die Klarinettistin Sabine Meyer auf Nils Mönkemeyer (Viola) und William Youn (Klavier). Weihnachtlich wird es außerdem am 1. Dezember mit dem Bläserensemble German Brass.

Die Frage wird sein, ob das Publikum den hochgeschätzten Schumann-Saal gern gegen die Tonhalle eintauscht, die bei Kammerkonzerten mangels größerer Besucherzahlen doch etwas löchrig besetzt wirken kann. Vielleicht ziehen die namhaften Künstler aber deutlich mehr Publikum, als man vorschnell glauben mag.

In seiner Serie "Ehring geht ins Konzert" verbindet der Moderator Christian Ehring, so der Ankündigungstext, wieder "musikalische Sachkenntnis virtuos mit intelligentem Kabarett und schließt in seinen Moderationen die alten Meister mit den Kapriolen der Tagespolitik kurz". Fünf Konzerte, die einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag zwischen italienischem Barock, deutscher Romantik und Bachs Brandenburgischen Konzerten versprechen.

Ebenso unentbehrlich, da qualitativ hochstehend und auf junges Publikum schier magnetisch wirkend, sind die "Ignition"- und die "Big Bang"-Reihe. Jugendpflege wird in der Tonhalle ohnedies exemplarisch betrieben, auch mit dem Jugendsinfonieorchester der Tonhalle, das von zwei Trainee-Ensembles (U 16 und Kinderorchester) flankiert wird.

Die Reihe "Supernova" nähert sich der Gegenwart mit zwei großen Werken zeitgenössischer Komponisten. Während am 30. September Hans Werner Henzes "Requiem" mit dem notabu.ensemble neue musik und dem Doelen Ensemble Rotterdam erklingt, steht am 24. Mai Mikis Theodorakis' Symphonie Nr. 3 mit den Düsseldorfer Symphonikern unter Baldur Brönniman auf dem Programm. Auch die Reihe "Na hör'n Sie mal!" ist wie gewohnt mit sechs Terminen im Programm.

Mit den Familienwochen haben Eltern und ihre Kinder auch in der nächsten Spielzeit wieder die Möglichkeit, für unterschiedliche Altersgruppen das passende Angebot parallel wahrzunehmen. Während große Kindergartenkinder in der Rotunde bei "Plutino" zu den Rhythmen des Tea Time Ensembles tanzen, können jüngere Geschwister auf musikalische Fantasiereise in der Reihe "Sterntaler" gehen. Die genauen Programme werden im Magazin "Oton" bekanntgegeben; das gilt auch für das Programm der Mini-Reihe "Schönes Wochenende - das Festival für modernes Hören".

www.tonhalle.de

Quelle: RP
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