| 00.00 Uhr

Gastro-Tipp
Afrikanisches Essen aus riesigen Körben

Düsseldorf. Im afrikanischen Restaurant Yatana kann man auf Besteck verzichten. Die würzigen Gerichte werden mit Hilfe von Brotstücken verspeist. Von Julia Brabeck

Ein kulinarischer Ausflug in die exotische Welt Ostafrikas ist seit Anfang des Jahres im Restaurant Yatana möglich. Inhaberin Merhawit Tesfaldet bietet Speisen der eritreisch-äthiopischen Küche an, die auf ganz besondere Art serviert werden.

Auf den Tisch kommen nicht Teller, sondern riesige mit Deckeln versehene Körbe, in denen sich große Metallplatten befinden. Auf diesen liegt ein Fladen "Injera", ein Sauerteigbrot, auf dem wiederum die Speisen angerichtet sind. Injera dient zugleich als Speise und Besteck. Der Gast reißt einfach kleine Teile des Fladens ab, ergreift damit ein Stück der Fleisch- oder Gemüsebeilage und führt sie zum Mund. Wer nach afrikanischer Sitte besonders freundlich sein will, füttert auf diese Art auch zwischendurch seinen Tischnachbarn. So wird schon der reine Essensvorgang zu einem Erlebnis. "Messer und Gabeln kann aber jeder selbstverständlich erhalten", sagt Merhawit.

Wer möglichst viele Speisen ausprobieren will, sollte "Maadi" (15,90 Euro), eine gemischte Platte, bestellen. Zu ihr gehören unter anderem würzige Kartoffeln mit Möhrengemüse, Grünkohl mit Spinat und geschmorter Aubergine sowie zartes Lammfleisch in Tomatensoße. "Zigni Dorho" (13,50 Euro) ist ein Hähnchenschenkel, der mit gekochtem Ei und einer Tomatensoße serviert wird. Das Gericht hat eine angenehme Schärfe. Bei der Essenswahl ist es ratsam, vorher den Schärfegrad der Speisen zu erfragen, denn eigentlich isst man in Eritrea und Äthiopien sehr scharf. Bei Yatana werden auch mildere Varianten angeboten, wie etwa beim Gericht "Kilwa Behrai" (13,50 Euro). Die Soße ist sehr schmackhaft, allerdings hätten einige der gebratenen Rindfleischwürfel etwas zarter sein können. Da wäre wahrscheinlich das in Ostafrika sehr beliebten Kitfo (14,90 Euro), Tatar nach äthiopischer Art, die bessere Wahl.

Vegetarier und Anhänger der veganen Küche kommen im Yatana voll auf ihre Kosten. Da es in den beiden Ländern rund 200 Fastentage pro Jahr gibt, bei denen auf Fleisch verzichtet wird, gibt es traditionell viele fleischlose Gerichte - etwa die roten Linsen mit geschmorten Zwiebeln (8,50 Euro) und die gemahlenen Kichererbsen für 11,50 Euro.

Unbedingt sollte man nach dem Essen den eritreischen Kaffee (3,80 Euro) wählen. Die Bohnen werden frisch geröstet und einmal in einem Topf durch das Restaurant getragen. Anschließend werden die Bohnen gemahlen, das Pulver in eine Tonkanne gefüllt und mit heißem Wasser aufgebrüht. Der so kreierte Espresso schmeckt einfach nur köstlich.

Die gelernte Köchin, Hotel- und Restaurantfachfrau Merhawit Tesfaldet wurde in Eritrea geboren und hat sich fünf Jahre lang auf die Selbstständigkeit vorbereitet. Auf Straßen- und Street-Food-Festivals hat sie afrikanische Speisen verkauft, um zu testen, was beim Publikum ankommt. "Die Rezepte habe ich von meiner Mutter erhalten. Wenn sie nach Eritrea reist, bringt sie mir die passenden Gewürze dafür mit." Die Räume an der Worringer Straße hat Merhawit selber renoviert und mit Dekorationsartikeln aus Afrika gemütlich ausgestattet. Noch ist die Speisekarte recht übersichtlich. "Die Karte wird später, wenn sich alles eingespielt hat, noch erweitert." So fehlen noch Fischgerichte, die in Eritrea, das am Roten Meer liegt, beliebt sind.

Unbedingt sollte der Gast das Gespräch mit der freundlichen Chefin suchen. Er erfährt so auf charmante und fröhliche Art viel über deren ferne Heimat.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Gastro-Tipp: Afrikanisches Essen aus riesigen Körben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.