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Düsseldorf
Stadtrandtheater

Asphalt-Festival 2017 in Düsseldorf: News zum Programm
Szene aus dem Stück "Clean City" - einer Produktion aus Griechenland. Fünf Athener Putzfrauen stehen darin auf der Bühne. FOTO: Christina Georgiadou
Düsseldorf. Das Asphalt-Festival stärkt in diesem Jahr sein Zentrum im Gewerbegebiet und verzichtet auf Gastspiele in den Kulturtempeln. Von Klas Libuda

Man muss nur einmal das Programmheft zum diesjährigen Festival aufschlagen, dann weiß man gleich, was Sache ist. Da steht das Grußwort der Festivalmacher rechts, man liest Erwartbares, vom Anspruch, "die Verhältnisse zwischen Mensch und Stadt neu beleuchten" zu wollen und so weiter, und links steht eine Anzeige: die Logos von mehr als einem Dutzend Autoherstellern, plus superlogische Ansage: "Wenn Auto, dann Meile."

Das ist nun nicht unbedingt das, was man in so einem Theater-Spielplan erwartet, auch wenn es das Programm eines Festivals ist, das "Asphalt" heißt, was immerhin thematisch zur Autobranche passt. Vielmehr hat zur unerwarteten Reklame auf Seite eins die geografische Nähe verholfen: Denn nebenan, neben dem Festivalzentrum an der Ronsdorfer Straße, haben bekanntlich etliche Autohäuser ihren Sitz im dortigen Gewerbegebiet.

Philipp Hochmair ist seit 20 Jahren in "Werther!" zu sehen. FOTO: Samuel Rubio

Dass das Asphalt-Festival in der Peripherie zu Hause ist, ist nicht neu, bei der nunmehr fünften Auflage (14. bis 23. Juli) soll diese Standort-Entscheidung aber noch einmal unterstrichen werden. Die Spielorte in den Alten Farbwerken und im Weltkunstzimmer wachsen zu einem Festivalzentrum zusammen. Beide Orte trennen nur wenige Meter und eine Straßenseite, dazwischen soll nun eine regelrechte Achse entstehen, auch progammplanerisch: Wer sich um 19 Uhr hier etwas ansieht, kann um 20.30 Uhr dort eine weitere Aufführung besuchen. Erstmals gibt es Kombitickets für solche Doppel-Aufführungsabende. An acht von zehn Festivaltagen gibt es ab 22 Uhr zudem ein Konzert im Weltkunstzimmer und zwar gratis. "Jeder Mensch in dieser Stadt hat ein Recht auf Kunst und Kultur", sagt Bojan Vuletic dazu, und das klingt arg verwandt mit der Forderung sozialer Bewegungen weltweit: "Recht auf Stadt!" Diesen Anspruch reklamieren gewissermaßen auch die Festivalmacher, Vuletic und Christof Seeger-Zurmühlen, der Leiter der Bürgerbühne des Schauspielhauses, die mittlerweile ja auch ihren Stammsitz in den Alten Farbwerken hat.

"Stadt-Gestalten" lautet das Motto des diesjährigen Festivals, was sich zum einen auf die Menschen in, aber auch auf die Stadt selbst bezieht. Wie gewohnt erweitern die Macher beim Asphalt-Festival die Spielzone: Die Fußgängerunterführung zwischen K20 und Oper soll bespielt werden, in den U-Bahnhöfen der Stadt sollen Klaviere aufgestellt werden - als "Möglichkeit von Kunst", sagt Seeger-Zurmühlen. Wer möchte, darf in die Tasten greifen. Neben dem Programm im Festivalzentrum in Flingern-Süd - zu sehen gibt es dort etwa die griechische Produktion "Clean City" mit fünf Athener Putzfrauen, "Zeitgenössisches Wrestling", eine Konfrontation zwischen Pianist Omer Klein und Bassist Haggai Cohen-Milo und das Solo "Werther!" von Schauspieler Philipp Hochmair - sind sogenannte Kunststörungen geplant, Arbeiten, die kurzfristig im Internet angekündigt und in aller Öffentlichkeit gezeigt werden.

Die Produktion "La Cosa" arbeitet mit Holz. FOTO: Massao Mascaro

Gastspiele in den hohen Häusern der Kunst wie im vergangenen Jahr, etwa in der Kunstsammlung oder im Central, gibt es diesmal "ganz bewusst" nicht, sagt Seeger-Zurmühlen. Noch mehr habe man sich in diesem Jahr den "Umräumen" widmen wollen.

Auch das Kollektiv Per.Vers, das beim Asphalt-Festival 2016 zur Erkundung eines Eisenbahntunnels lud und zum Publikumsrenner avancierte, ist erneut dabei. Diesmal mit einer Expedition rund um den Hauptbahnhof. "Babylon Im- und Export" heißt die Produktion, die gleich für sechs Abende angesetzt ist und in Kooperation mit dem Düsseldorf Festival im September erneut gezeigt wird.

Quelle: RP
 
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