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Düsseldorf
Auf der Suche nach dem Groove der Städte

Düsseldorf. Der Choreograf Sebastian Matthias entwickelt seine Stücke im Dialog mit Tänzern und Publikum. Von Thomas Hag

Es gab eine Zeit, da fühlte sich Sebastian Matthias, neben Alexandra Waierstall und Jan Martens derzeit Factory Artist am Tanzhaus NRW, "enttäuscht" vom Tanz. "Ich hatte das Gefühl, mich nicht einbringen zu können und habe auch den intellektuellen Anspruch vermisst", sagt er. Der 34-Jährige, der unter anderem an der berühmten Juilliard School in New York studiert hat, fand über die wissenschaftliche Arbeit zu seiner Liebe zurück. Er absolvierte ein Studium der Tanzwissenschaft und schreibt gerade seine Promotion. Darin stellt er existenzielle Fragen an den Tanz.

"Was heißt Tanz im 21. Jahrhundert?" lautete eine. Die Antwort: Es geht heute weniger um den Körper als Instrument, als Mittel zum Zweck, dafür mehr um eine offene Arbeitsweise, bei der auch Fragen erlaubt sind. Auch die Soli im klassischen Sinne stehen nicht mehr im Zentrum, jeder Tänzer kann ein Solo tanzen. An Matthias' Choreographie "Danserey", die bereits am Tanzhaus NRW zu erleben war, ist dieses Prinzip zu beobachten. Der demokratische Ansatz spielt auch bei seinen Gedanken zu Partizipation und Teilhabe des Publikums eine Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass das Publikum zum "Mitmachen" aufgefordert wird, sondern es erhält das Angebot, Teil der Aufführung zu werden. Wer sich darauf einlässt, die Bühne zu erkunden und sich auf eine - stets individuelle Weise - zu beteiligen, wird mit einer neuen Erfahrung belohnt. "Man kann keine neue Bewegungssprache erfinden, ohne einen neuen Blick zu entwickeln", sagt Matthias über seine Arbeit. Sein Geheimnis ist, dass sein von Grundlagenforschung unterfütterter Ansatz stets sinnliche, berührende Ergebnisse hervorbringt.

Überzeugen kann man sich davon von morgen an bis zum 14. März, wenn Matthias mit seinem Stück "synekism/ groove space" im Tanzhaus NRW zu erleben ist. Die Choreografie gehört zu einer Forschungs- und Performanceserie, in der Matthias nach dem Groove von Städten forscht.

Kartentelefon: 0211 / 172700

Quelle: RP
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