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Düsseldorf
Auktion bringt dem Museum 178.000 Euro

Düsseldorf. Im Museum Kunstpalast brachte die Versteigerung von Kunstwerken dem Freundeskreis einen Geldsegen für die künftige Arbeit. Von Dagmar Haas-Pilwat

Das Ergebnis hat alle Erwartungen weit übertroffen. "Wenn wir 50.000 Euro erzielen, dann sind wir sehr zufrieden", hieß es noch aufgeregt, bevor der Hammer zum ersten Mal im Robert-Schumann-Saal kreiste. Am Ende der von Arno Verkade, Chef von Christie's Deutschland, souverän gemanagten Auktion von 25 gestifteten Kunstwerken und nach zahlreichen spannenden Bietergefechten unter den 280 Gästen aus Politik, Kunst und Wirtschaft verkündete Georg Thoma, Vorsitzender des Vereins der Freunde Museum Kunstpalast, strahlend vor Freude den Endstand: 178.200 Euro.

Und weil die Premiere der ersten Benefiz-Versteigerung überhaupt in der 50-jährigen Vereins-Geschichte der inzwischen 800 aktiven Kunstfreunde solch ein grandioser Erfolg war, versprach Thoma spätestens in zwei Jahren eine Neuauflage im Herbst. Denn der einst als Bürgermuseum der Stadt gegründete Kunstpalast im Ehrenhof ist auf finanzielle Unterstützung und Spenden angewiesen - und das nicht nur wie jetzt beim Ankauf der berühmten "Eat Art"-Sammlung, einem für die Kunstgeschichte der Stadt Düsseldorf wertvollen Dokument.

Dass "Eat Art" nichts mit einer Gourmet-Küche zu tun hat, sondern die Ess-Kunst als Protest im Zuge der 1968er Jahre gemeint ist, machten vor der Versteigerung in einer launigen Gesprächsrunde die Zeitzeugen Carlo Schröter, Günter Weseler und Werner Raeune (ZDF) deutlich. Das Trio ließ den Ursprung der "Eat Art" in Düsseldorf in den legendären 1960er und 1970er Jahren auferstehen - damals, als der Künstler Daniel Spoerri mit seinem Restaurant Spoerri's im schiefen Eckhaus am Burgplatz 19 die "Eat Art Galerie" gründete, für die zahlreiche berühmte Künstler von Dieter Roth bis Joseph Beuys und Roy Lichtenstein Objekte aus essbaren Materialien und Lebensmittelabfällen produzierten. Essen wurde zum Happening, gegessen wurden Termiten und Löwenfleisch, Gemälde wurden durch Lebkuchen mit Zuckerguss ersetzt, Bronzen durch Herings-Gräten oder atmende Brote. Die Kunst war im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen, wie sich der damalige Koch Schröter, der Künstler Weseler und der Journalist Raeune erinnerten und anschaulich auch mit Fotos aus der Zeit dokumentierten.

An diese alten Zeiten knüpfte enthusiastisch Oberbürgermeister Thomas Geisel in seiner Dankesrede an die "Freunde" an. Ohne das Engagement der Bürger sei kulturelles Leben nicht möglich, betonte er und versprach der Kunststadt Düsseldorf eine neue Blüte: "Wir gehen mit Zuversicht in die Zukunft".

Mit großer Leidenschaft lockte dann Arno Verkade den Kunst-Fans, darunter Suzanne und Roland Oetker, Constantin von Alvensleben, Jacob Uecker, Hanne und Jürgen von Schaumann-Werder, Hans Paffrath, Gil Andreas Bronner und Holger Neinhaus, das Geld aus der Tasche. Jedes der 25 von insgesamt sieben Galerien und 16 Künstlern (unter ihnen viele junge, aber auch Tony Cragg, Günther Uecker und Thomas Ruff) eingelieferten Kunstwerke, fand einen neuen Liebhaber. Als Top-Lose machten die Bronze-Plastik "Loop" von Tony Cragg (80.000 Euro), die Prägung "Duo" von Günther Uecker (11.500 Euro), Marcel Odenbachs "Selbstporträt" (14.000 Euro) und eine Arbeit von Matthias Bitzer (12.000 Euro) das Rennen.

Im Gespräch mit Wolfram Kons, der den Abend moderierte, unterstrich Museumsdirektor Beat Wismer die Bedeutung der Freunde für das Haus, "ohne die viele Projekte nicht möglich gewesen wären". Thoma versprach aktives Werben um noch mehr und vor allem jüngere Mitglieder. "Nächste Ziel ist es, die 1000er Marke zu durchbrechen." Wismer wünschte sich, dass alle Dachdecker Düsseldorfs Freunde des Museums werden, denn dann sei die leidige Dachsanierung kein Thema mehr.

Quelle: RP
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