| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Ausstellung: Als Düsseldorf noch im Filmfieber lag

Düsseldorf. Wer weiß schon, dass es in Düsseldorf den ersten Foto-Projektor gegeben hat. "Werft eure Bilder an die Wand" lautete damals der Werbeslogan für das Gerät der Firma Liesegang, deren Namen man heute in der Stadt noch kennt. Wer weiß, dass der Action-Star - früher sagte man Sensationsdarsteller - Harry Piel aus Benrath stammte und dass der erste Filmverleih, der Rechte kaufte und an die einzelnen Kinos weitergab, aus Düsseldorf kam? Wer das und noch einiges mehr schon kennt, für den dürfte ein Besuch der Ausstellung "Düsseldorf im Filmfieber - eine Spurensuche" im Filmmuseum nicht allzu erhellend sein. Alle anderen - und das werden die meisten sein - dürfen sich auf ein Stück Kino-Kultur- und Stadtgeschichte freuen. In der von Museumschef Bernd Desinger und Mathias Knop kuratierten Schau wird der Besucher mit Plakaten, Filmausschnitten und Vitrinen aus der Gegenwart in die Vergangenheit katapultiert. Von Thomas Hag

Die frühere Vielfalt der deutschen Kino-Szene zeigt sich erstaunlicherweise heute noch dezent in Düsseldorf: Denn dort gibt es immerhin noch die meisten Kinoplätze pro Einwohner. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als Berlin seine Bedeutung als Filmmetropole einbüßte, traten Firmen wie Euphonia auf den Plan. Im ersten nach 1945 in Düsseldorf gedrehten Film, "Gesucht wird Majora", hatten Heinz Erhardt und Willy Millowitsch ihre Leinwanddebüts. An die großen Zeiten der "Filmpaläste" der 50er und 60er Jahre erinnern wunderbare Modelle - kein Wunder, dass man die Kinos auch "Lichtspieltheater" nannte. Der originale Schriftzug der "Lichtburg" ist ebenso im Museum zu sehen wie Filmausschnitte oder Amateuraufnahmen von Düsseldorf aus früheren Zeiten. Während die Kino- und Filmwirtschaft später daniederlag, blühte ein anderer, typisch Düsseldorfer Zweig: der Werbefilm. Wer hat nicht den "Afri-Cola-Rausch" in Erinnerung, den der Werber Charles Wilp inszenierte und der auch das Wort vom "Dazzledorf" in die Welt setzte?

Immer wieder aber reüssierten auch Kinofilme aus Düsseldorf, so beispielsweise "Katzelmacher", der letzte Film mit Rainer Fassbinder als Schauspieler. Oft sind es die Bilder der Stadt, die beeindrucken, auch wenn sie nicht bleiben. So kam der Regisseur Dominik Graf ("Die Katze") just an dem Tag in die Stadt, an dem sein geliebter und oft verwendeter "Tausendfüßler" abgerissen wurde. Einen Ersatz dafür hat Graf nie gefunden.

Info "Düsseldorf im Filmfieber - eine Spurensuche", bis 24. April. Filmmuseum an der Schulstraße 4 - mit begleitender Filmreihe in der Black Box

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Ausstellung: Als Düsseldorf noch im Filmfieber lag


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.