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Ausstellung in Düsseldorf
Heroinabhängige posieren in Gucci und Prada

"Pieces of Paradise" im "Reinraum"
"Pieces of Paradise" im "Reinraum" FOTO: Marc Oortman
Düsseldorf. Der Blick ist leer, der Körper abgemagert: Der "Heroin Chic" galt in den 1990ern als besonders glamourös. Ein Düsseldorfer Fotograf spießt das Revival dieses Looks jetzt auf – in einer Ausstellung mit besonderen Models.

"Heroin Chic" – für die einen ist das ein stilbildender Look aus den 90er Jahren, für die anderen ein zynisch-morbider Kommentar der dekadenten Modeindustrie auf die Drogenproblematik dieser Zeit. Der Fotograf Marc Oortman zeigt jetzt in seiner Ausstellung "Pieces of Paradise" echte Drogenabhängige, die in schicker Markenware posieren.

Oortman nimmt Bezug auf die Arbeit von "Heroin Kids", einem jungen Fashion-Label aus Berlin, das den Heroin Chic der 90er Jahre zurzeit wiederbelebt. Auch ihre Fotos zeigen junge Frauen und Männer, spindeldürr und mit androgynen Gesichtszügen, bleicher Haut und tiefen Augenringen.

Die Models, die für Oortman posierten, sehen dagegen nicht nur schwer geschädigt aus – sie sind es auch. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Obdachlosenmagazin fiftyfifty und dem Drogenkonsumraum in Düsseldorf gecastet. Sie alle sind seit Jahren suchtkrank und konsumieren regelmäßig harte Drogen.

Die Ausstellung zeigt großformatige Fotografien, teils nachempfundene Mode-Shots, teils Porträts. Ausgestellt werden die Bilder im "Reinraum", einer ehemaligen unterirdischen Toilette, die früher tatsächlich auch Drogenumschlagplatz in Düsseldorf war. Inzwischen wird der "Reinraum" als Kulturstätte genutzt.

Die Ausstellung "Pieces of Paradise - Heroin Chic" ist vom 27. Januar bis zum 5. Februar 2017 im "Reinraum" zu sehen. Geöffnet ist täglich von 19.30 bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 
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