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Düsseldorf
Black Box zeigt Lanzmanns "Shoah"

Düsseldorf. In der Black Box, dem Kino des Filmmuseums, sind derzeit Dokumentarfilme über den Holocaust zu sehen. Heute und morgen wird eines der wichtigsten und ambitioniertesten Dokumente zu diesem Thema aufgeführt, der knapp zehn Stunden lange Film "Shoah" von Claude Lanzmann.

Die Produktion aus dem Jahr 1985 ist nicht oft im Kino zu sehen. Zehn Jahre arbeitete Lanzmann an dem Film; er besuchte Überlebende und Täter, und er führte sie an die Stätten der Vernichtung, nach Treblinka und Ausschwitz etwa, um sie zum Massenmord an den europäischen Juden zu befragen. Lanzmann verzichtet auf Kommentare und Archivmaterial, und gerade das macht seine Darstellung so eindringlich. Der Unterscharführer spricht ebenso in seine Kamera wie der Bauer, der sein Feld in der Nähe des Lagers hatte.

"Wir möchten Filme vorstellen, die formal außergewöhnlich und vor allem sachlich, nüchtern und klar über das Thema aufklären", sagt Florian Deterding, Leiter der "Black Box". "Deshalb zeigen wir keine Spielfilme oder Arbeiten, die auf einer oberflächlichen Ebene Betroffenheit auslösen." "Shoah" (hebräisch für Untergang, Katastrophe) ist in der digital restaurierten Fassung zu sehen.

Info Der 569 Minuten lange Film wird in zwei Teilen am Samstag ab 18 und am Sonntag ab 15 Uhr gezeigt. Wer am Samstag eine Karte kauft, hat am Sonntag freien Eintritt. Der Film ist episodisch aufgebaut, deshalb lohnt es sich durchaus, etwa nur an einem der beiden Tage zu kommen. Das Ticket kostet 7 Euro. Black Box, Schulstraße 4.

(hols)
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